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    Mittwoch, 22. April 2020, 22:08

    Meine Dschiens

    " Äh also Jeans schreibt man nicht mit Tsch.." "Das macht nix Charlie schreibt man auch nicht mit Tsch.." Aus Münchner Geschichten

    Meine erste Jeans bekam ich zu meinem 11. Geburtstag das war mein größter Wunsch gewesen. Und natürlich eine echte Levis. Der Beginn einer lebenslanger Freundschaft. Natürlich wurde sie auch gleich am nächsten Tag in die Schule angezogen da alle meine Kameraden ja damals noch keine besaßen. Aber unser Lehrer ein verkappter Exnazi regte sich gleich über diese undeutschen Hosen so auf dass ich weinend nach Hause kam. So dass sich mein Vater genötigt sah unseren Lehrer mal gehörig die Meinung zu geigen.
    Da war ich zwar nicht mehr so beliebt aber die Jeans wurden dann geflissentlich übersehen. Vor allem da sie sich ab da dann wie eine Seuche (Das andere Wort trau ich mich schon garnicht mehr schreiben) ausbreiteten. Wir hatten sie ja schon zu genüge in unseren Amerikanischen Fernsehserien gesehen. Die Jungs und auch die Mädchen trugen sie ja alle dort.
    Ab da dann wurden meine Stoffhosen so nach und nach durch die Levis ersetzt. Meine Mutter war da sehr aufgeschlossen und sie trug sie ja auch selber gern. Im Gegensatz zu meinem Vater der zur Arbeit immer Latzhosen (Die Waltons waren ja noch garnicht auf Sendung?) anhatte und da er Jäger war in seiner Freizeit immer seine grünen Hosen. Meine Mutter schätzte auch ihre lange Haltbarkeit was den Preisunterschied ja wieder weitgehend wettmachte.
    Jahrzehnte lang hatte ich dann immer meine Levis 505 im Schrank die konnte ich mir auch blind kaufen oder mitbringen lassen die passte immer. Zuerst 32/32 ab so 50 dann eher 33/32.
    Es gab ja auch Mustang oder Wrangler und ein paar andere aber die Levis war über Jahrzehnte doch der klassische Begriff für die Dschiens. Erst als dann Levis die 505 einstellte weil andere Formen besser gingen oder moderner waren musste ich mich auch nach einer Alternative umsehen. Die Levis hatte aber auch nicht mehr die Haltbarkeit wie einst.
    Und mich daran gewöhnen jede beim Kauf auch zu probieren da es anscheinend keine richtigen Größen mehr gibt. Was ich ja absolut hasse denn Klamotten kaufen war noch nie so mein Ding eher hin gefällt mir und wieder weg. Aber seit damals habe ich meine Jeans zu allen Gelegenheiten angehabt auch auf meiner Meisterfeier mit weißem Hemd und Sakko. Und vielen anderen öffentlichen Anlässen. Da habe ich aber dann aber schon darauf geachtet dass sie relativ neu und sauber war, ansonsten ist mir die Mode immer am A...... vorbeigegangen.
    Dafür wäre auch kein Geld übrig gewesen das habe ich immer lieber in meine Sammlungen gesteckt.
    Die habe ich wenigstens heute noch das andere wäre alles schon längst in den Altkleidersammlungen gelandet.

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    Freitag, 24. April 2020, 13:38

    RE: Meine Dschiens

    Erhard, ich erinnere mich nicht mehr, ob ich meine Jeans noch in den 60er Jahren in der Schule trug, aber ganz sicher in den 70er Jahren. Auch waehrend der Ausbildung und im Beruf.
    Hier in den USA ist das anders. Mein Mann hat als Ingenieur Glueck, er kann mit wenigen Ausnahmen, (wenn Kunden in die Firma kommen) immer Jeans tragen.
    Ich arbeitete 2,5 Jahre lang in einem Call Center ganz ohne Kundenbesuch, trotzdem mussten wir von Montag bis Donnerstag gute Stoffhosen tragen, aber Freitags (casual Friday) waren Jeans erlaubt.
    Was mir in den letzten 5 bis 6 Jahren deutlich aufgefallen ist: das Jeans Material ist viel duenner geworden. Ich frage mich, warum?
    Das Schoene ist, dass man hier in den USA selbst Designer Jeans fuer nur $ 50 im Outlet bekommt (Calvin Klein, Donna Karan aka DKNY), waehrend ich in Hamburg um die 120 DM fuer eine non-designer Jeans bezahlen musste (das war noch vor der Jahrtausendwende...was sie wohl heute in der BRD kosten?).
    Toll finde ich, dass Deine Mutter Jeans getragen hat.
    Meine Mutter trug Ende der 60er Jahre im Winter Skihosen, da sie keinen Fuehrerschein hatte (den machte sie erst nach ihrer Scheidung mit 50 Jahren) und in der Kaelte auf dem Fahrrad oder an der Strassenbahnhaltestelle oft fror. Da half auch ihr Pelzmantel nicht.
    Spaeter in den 90er Jahren sah ich sie oft in Hosenanzuegen, aber nie in Jeans.
    Mein Vater trug Jeans.
    Da hattest Du ja sehr fortschrittlich eingestellte Eltern! Ich beneide Dich.

    Meine Eltern (obwohl sie Intellektuelle waren und beide studiert hatten) beschwerten sich nie, wenn es in der Schule Schlaege mit dem Rohrstock auf den Handruecken gab. Sie schlugen selber oft genug zu. :cursing: :cursing: :cursing:
    Die heutigen Jeans halten nicht laenger als 2 Jahre, dann sind sie unten am Saum ausgefranst.

    Immer schwerer bekommt man hier bei uns die high rise low cut Jeans, da sich die auf den Hueften sitzenden Jeans modemaessig leider mehr und mehr durchsetzen.
    Jeans muss ich grundsaetzlich anprobieren, da sie oft genug zu kurz sind (lange Beine sind ein Fluch!).
    Ich halte es mit Erasmus von Rotterdam. Wenn ich viel Geld habe, dann goenne ich mir Kleidung, Buecher und DVD's, wenn ich wenig Geld habe, eher Buecher und DVD's als Kleidung. :D
    Mode gibt mir nicht annaehernd so schoene Erinnerungen wie meine DVD oder Buechersammlung. Oder wie Urlaub, in dem ich mir Drehschauplaetze ansehen kann.

    Bei Macy's kaufte ich mir viele Jahre lang jeden zweiten Herbst eine schwarze Hose, damit ich auch was Elegantes habe und nicht nur Jeans.
    Diese schwarzen Hosen waren immer zu 100% aus Baumwolle. Letzten Herbst gab es sie nicht mehr, also suchte mein Mann dieselbe Hose online fuer mich. Sie kam an und war zu 70% aus Nylon und anderem kuenstlichen Gewebe, machte beim Gehen merkwuerdige Geraeusche, die die Baumwollhosen nie machen.
    Es wird immer schwieriger, Produkte aus 100% Baumwolle zu finden, auch bei Unterwaesche. Ueberall wird Viskose etc dazu gemischt. :cursing:
    Und reine Seidenblusen bekomme ich seit meiner Auswanderung ueberhaupt nicht mehr, die werden selbst in den teureren Kaufhaeusern wie Nordstrom als luxury item angesehen, und gar nicht erst angeboten.
    Vor der Auswanderung kaufte ich mir in Hamburg eine Seidenbluse nach der anderen.
    Als wir 2015 in HH auf der Moenckebergstrasse einkaufen gingen, wurden wir von den Verkaeuferinnen nur begriffsstutzig angestarrt, Seidenblusen gaebe es schon seit Jahren nicht mehr.
    Alles veraendert sich...leider nicht immer zum Vorteil.
    " Äh also Jeans schreibt man nicht mit Tsch.." "Das macht nix Charlie schreibt man auch nicht mit Tsch.." Aus Münchner Geschichten

    Meine erste Jeans bekam ich zu meinem 11. Geburtstag das war mein größter Wunsch gewesen. Und natürlich eine echte Levis. Der Beginn einer lebenslanger Freundschaft. Natürlich wurde sie auch gleich am nächsten Tag in die Schule angezogen da alle meine Kameraden ja damals noch keine besaßen. Aber unser Lehrer ein verkappter Exnazi regte sich gleich über diese undeutschen Hosen so auf dass ich weinend nach Hause kam. So dass sich mein Vater genötigt sah unseren Lehrer mal gehörig die Meinung zu geigen.
    Da war ich zwar nicht mehr so beliebt aber die Jeans wurden dann geflissentlich übersehen. Vor allem da sie sich ab da dann wie eine Seuche (Das andere Wort trau ich mich schon garnicht mehr schreiben) ausbreiteten. Wir hatten sie ja schon zu genüge in unseren Amerikanischen Fernsehserien gesehen. Die Jungs und auch die Mädchen trugen sie ja alle dort.
    Ab da dann wurden meine Stoffhosen so nach und nach durch die Levis ersetzt. Meine Mutter war da sehr aufgeschlossen und sie trug sie ja auch selber gern. Im Gegensatz zu meinem Vater der zur Arbeit immer Latzhosen (Die Waltons waren ja noch garnicht auf Sendung?) anhatte und da er Jäger war in seiner Freizeit immer seine grünen Hosen. Meine Mutter schätzte auch ihre lange Haltbarkeit was den Preisunterschied ja wieder weitgehend wettmachte.
    Jahrzehnte lang hatte ich dann immer meine Levis 505 im Schrank die konnte ich mir auch blind kaufen oder mitbringen lassen die passte immer. Zuerst 32/32 ab so 50 dann eher 33/32.
    Es gab ja auch Mustang oder Wrangler und ein paar andere aber die Levis war über Jahrzehnte doch der klassische Begriff für die Dschiens. Erst als dann Levis die 505 einstellte weil andere Formen besser gingen oder moderner waren musste ich mich auch nach einer Alternative umsehen. Die Levis hatte aber auch nicht mehr die Haltbarkeit wie einst.
    Und mich daran gewöhnen jede beim Kauf auch zu probieren da es anscheinend keine richtigen Größen mehr gibt. Was ich ja absolut hasse denn Klamotten kaufen war noch nie so mein Ding eher hin gefällt mir und wieder weg. Aber seit damals habe ich meine Jeans zu allen Gelegenheiten angehabt auch auf meiner Meisterfeier mit weißem Hemd und Sakko. Und vielen anderen öffentlichen Anlässen. Da habe ich aber dann aber schon darauf geachtet dass sie relativ neu und sauber war, ansonsten ist mir die Mode immer am A...... vorbeigegangen.
    Dafür wäre auch kein Geld übrig gewesen das habe ich immer lieber in meine Sammlungen gesteckt.
    Die habe ich wenigstens heute noch das andere wäre alles schon längst in den Altkleidersammlungen gelandet.

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    Freitag, 24. April 2020, 17:48

    Klamotten waren auch nie mein Ding. Deshalb weiß ich auch nicht mehr, wann ich meine erste Jeans bekommen habe. Ich wusste noch nicht einmal, dass es eine Jeans war. Damals hießen die Hosen bei uns noch "Cowboy-Hosen". Sie waren mir aber gleich sympathisch, weil sie so praktisch waren, lange hielten und vor allem wenig schmutzempfindlich waren. Seit dieser Zeit trage ich Jeans, auch heute noch, nur leider hat die Qualität ziemlich nachgelassen. Neben den Jeans erinnere ich mich noch an die Cord-Hosen, die bei uns damals "Manchester-Hosen" hießen. Die sind aber irgdendwann aus der Mode gekommen, zumindest sieht man kaum noch welche.

    4

    Freitag, 24. April 2020, 18:56

    Jeans gestern und heute

    Während die "Nietenhosen" in den 60ern noch, wie Chrissie bereits erwähnte, entweder in Deutschland produziert oder "teuer" aus den USA importiert wurden, werden heute 95 % der Jeansprodukte für den europäischen und amerikanischen Markt in China und zum kleineren Teil in Bangla Desh produziert. Entsprechend hat die Produktqualität in den letzten Jahrzehnten deutlich nachgelassen. Kritischer Beitrag zum Thema:

    www.youtube.com/watch?v=_hGBXpN4Zic

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    Montag, 26. Oktober 2020, 09:29

    Lewinns

    Ich kann mich noch daran erinnern, dass in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, die sog. "Lewinns-Hosen" plötzlich angesagt waren. Also ging meine Mutter mit mir in das einzige Bekleidungsgeschäft am Ort. Man muss sich das mal vorstellen, es gab dort tatsächlich eine Art Kaufhaus, so groß wie zwei Tante Emma-Läden. Der Inhaber hat uns dann aufgeklärt, dass es sich vermutlich um Lewis-Hosen handelt. Die gab es dort nicht. Ich war auch garnicht überzeugt davon, dass er Recht hatte, denn alle sprachen von den besagten Lewinns-Hosen. Später, so als Teen, war es Sitte, sich mit den neuen Hosen in die Badewanne zu legen und diese am Körper trocknen zu lassen, damit diese Dinger dann hauteng saßen. Leider war ich so dünn, dass das bei mir nie geklappt hat :D

    Ich habe auch als Bankangestellter im letzten Jahrzehnt meiner beruflichen Laufbahn immer Jeans getragen, allerdings hatte ich als IT-Mensch keinen Kontakt zu Kunden oder Vorstand. Jeans, schicke Lederschuhe und Sakko passten immer, sogar mit Krawatte oder Fliege, sofern es halbwegs "normale" Jeans waren, also ohne Designerlöcher etc.

    Wenn ich so nachdenke, ich bin eigentlich seit mehr als einem halben Jahrhundert ein Jeansmensch. :thumbup:

    6

    Montag, 26. Oktober 2020, 16:27

    Dress Code gestern und heute

    Zeitlebens waren "Klamotten" für mich eher ein notwendiges Übel. Auch haben mich Moden aller Art kaum am Rande berührt. "Anziehsachen" mußten für mich stets bequem, praktisch und vor allem nicht zu teuer sein. Auch hat mich kaum je interessiert, ob auf der Rückseite meiner Jeans ein Levis, Wrangler, Mustang oder No Name- Label prangte, solange die Qualität und der Preis stimmten. Da ich über lange Jahre selbständig war, hat auch niemand von mir jemals in irgendeiner Form einen "Dress Code" eingefordert.
    Eine gute Bekannte von mir arbeitet bei einer Genossenschaftsbank, und ich habe sie dann während eines Gesprächs auch einmal nach einer bestehenden "Kleiderordnung" in ihrem Haus befragt. Das hatte sie verneint, erzählte mir aber von einem Bewerbungsgespräch mit einer jungen Frau, die sich für einen Job als Kundenberaterin bei ihrem Institut beworben hatte. Die Gute war über und über mit Piercings versehen, und man bot ihr den o.a. Posten an, allerdings unter der Voraussetzung, daß ihre Gehänge abzunehmen seien, da sie "ja auch ältere Kunden beraten müsse" und ansonsten die Seriosität der Bank darunter leiden würde. Dies hat sie umgehend abgelehnt und demzufolge auch leichtfüßig auf ihren durchaus profitablen und auch halbwegs sicheren Job verzichtet. Geschehen in der Zentralstelle einer norddeutschen Genossenschaftbank vor etwa fünf Jahren... :| .

    7

    Montag, 26. Oktober 2020, 17:26

    Dress Code

    Den gab es in meiner Bank durchaus. Wenn da ein wohlhabender Mensch in die Anlageberatung kam, meist selbst in teurem Gewande, hat dieser sicher keinen Berater in Jeans und T-Shirt erwartet. Bei uns galt: Vorstand/vorstandsnah/Kundenkontakt Krawatte und Anzug oder Kombination. Bei Technikern wurde ein Auge zugedrückt, allerdings mussten auch die immer ein Krawatte tragen wenn es zum Vorstand bzw. Vorstands-Sekretariat ging. Die Damen dort waren sich zu fein (oder zu blöde), einen Papierstau selbst zu lösen oder gar eine Kartusche einzulegen . Für den Fall gab es die sog. "Vorstandskrawatte", die bei Bedarf für jedermann verfügbar war im Kleiderschrank hing. Ein Hemd musste also auf jeden Fall getragen werden.

    Aus den Marken hab ich mir auch nie wirklich etwas gemacht, eher auf Qualität und Sitz geachtet. Billiges ist halt am Ende doch teuer.

    Und in vorgerücktem Alter und fortschreitender Veränderung der Physiognomie wird ein ganz bestimmter Faktor sehr wichtig: der Anteil an Stretchmaterial :D

    8

    Montag, 26. Oktober 2020, 18:26

    Bankangestellte

    Yep, wobei Jeans und ein Hemd mit passendem Sakko dazu heute durchaus akzeptabel sein dürften.
    Nachzutragen bleibt noch, daß die von mir erwähnte Bankangestellte auf Nachfrage zwar angab, keinem bestimmtem "Dresscode" zu unterliegen, aber durchaus erwartet würde, daß sie in einem für alle Kunden akzeptablen Erscheinungsbild auftreten solle.
    Die SB- Fililale dieser Genossenschaftsbank in unserem Ortsteil , bestehend aus vier Automaten, wurde übrigens vor wenigen Tagen geschlossen, so daß Kunden sich rund acht Kilometer zur Hauptstelle bemühen müssen, um Direktgeschäfte abwickeln zu können. Auch wurden die Gebühren für diverse Serviceleistungen teils drastisch erhöht. Insbesondere Sparkassen und Volksbanken soll aufgrund der miesen Ertragssituation als Folge der Coronakrise das Wasser bis zum Hals stehen, und so wird alles abgeklopft, was evtl. noch etwas höheren Ertrag bringen oder Kosten einsparen könnte.

    9

    Gestern, 11:40

    Gebühren

    Ja, sogar ich als "Ruheständler" muss neuerdings Gebühren bezahlen, wenn auch ermäßigte.

    10

    Gestern, 15:01

    RE: Lewinns

    Ich auch! :)

    Wenn ich so nachdenke, ich bin eigentlich seit mehr als einem halben Jahrhundert ein Jeansmensch. :thumbup: