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    Mittwoch, 17. August 2011, 21:15

    Wohin auch der Kaiser zu Fuß ging

    Sicher kennt Ihr sie noch, die Clos von damals. Unter der Decke hing der gusseiserne Wasserkasten, der über eine lange Kette mit Porzellangriff bedient wurde. Dann sauste das Wasser das Fallrohr hinunter. Diesen Wasserdruck brauchte man, denn die Closchüsseln waren noch keine Tief- sondern Flachspüler. Da lag die...äh...die...na, Ihr wißt schon auf einem Altärchen. Wenn das Geschäft zu groß war, reichte der Wasserdruck nicht aus, dann mußte mit der Bürste nachgeholfen werden. :pinch:

    Bei meinen Großeltern lief die Kette durch eine Halterung in der Wand und endete in einer großen Metallöse statt eines Porzellangriffes (so ähnlich wie der Nothaltegriff im Zug). Wenn ich auf dem Pott saß, habe ich an dem Griff solange gedreht, bis sich die Kette total verdrillte (ich war noch ein Kind). Manchmal drehte ich zu weit, dann hatte ich die Kette ausgehebelt und Opi mußte auf's Clo steigen und sie wieder einhängen. :D

    2

    Mittwoch, 17. August 2011, 22:02

    Ja, genau so ein Klo hatten wir auch noch, und ich habe als Kind auch gerne an der Kette gespielt. Übrigens war es in meiner Kindheit auch noch keine Selbstverständlichkeit, dass jedes Haus ans Kanalnetz angeschlossen war. Wir hatten im Garten so eine Grube, dort wurden die Abwässer hineingeleitet, die musste einmal im Monat leergepumpt werden.

    3

    Donnerstag, 18. August 2011, 18:02

    Ich kann mich noch erinnern, irgendwann und irgendwo auf ein Plumpsklo gegangen zu sein. Das stank mir gewaltig...
    Bei uns in der Nähe gibt es eine Ruine, wo sich noch zwei Plumpsklos im Innenhof befinden.


    Unvergessen auch das Krepp-Klopapier. Das gute 180er Sandpapier :rolleyes:

    4

    Donnerstag, 18. August 2011, 19:19

    Ja, auf so ein Teil bin ich auch noch irgendwo gegangen. Muss wohl bei irgendwem von den Verwandten auf dem Land gewesen sein. Eklig! Und damit man nachts dann nicht raus musste, hatte man einen Nachttopf unter dem Bett stehen. Nachttöpfe hatten wir allerdings zu Hause auch noch, es gab in dem Haus mit zwei Etagen nur ein Klo, das war im Erdgeschoss, und die Schlafzimmer waren im ersten und zweiten Stock. Um das Klo zu erreichen, musste man sogar noch durch die Waschküche, deswegen vermute ich, dass das nachträglich angebaut worden ist, und dass das Haus vorher auch ein Plumpsklo im Garten hatte.

    Wenn einmal im Monat der "Klowagen" kam und bei uns die Grube ausgepumpt hat, konnten wir es die nächsten Stunden übrigens im Garten nicht aushalten.

    5

    Freitag, 19. August 2011, 16:28

    Ja, heute, wo man mindestens einmal täglich unter die Dusche springt, warmes Wasser in sekundenschnelle aus dem Hahn läuft, wundert man sich über die sanitäre Rückständigkeit von damals. Es gab in den 60ern noch Wohnungen, die hatten auch noch kein Bad. Waschen und Zähneputzen erfolgte am Waschbecken in der Küche, immerhin gab es da schon fliessend kaltes Wasser. Um sich warm zu waschen oder zum Haarewaschen musste Wasser in einem Topf auf dem Herd erwärmt werden. Badetag war der Samstag. Da wurde die Blechwanne aus dem Keller in die Küche gebracht und mit heißem Wasser vom Herd und kaltem Wasser vom Hahn gefüllt. Erst in den 70ern waren auch die älteren Häuser soweit renoviert, das Bad, Dusche und WC überall eine Selbstverständlichkeit waren. Dafür wurden mit jedem Neubau die Küchen immer kleiner.

    6

    Freitag, 19. August 2011, 18:07

    In so einer Wohnung habe ich noch 1986(!) für ein paar Tage gehaust! Kein Bad und Clo auf dem Treppenabsatz.

    7

    Freitag, 19. August 2011, 20:45

    Zitat

    Dafür wurden mit jedem Neubau die Küchen immer kleiner.
    Nicht nur bei Neubauten. Meistens war es so, wurde ein Altbau modernisiert und ein Bad eingebaut, wurde dafür die Küche verkleinert. In so einen modernisierten Altbau sind wir dann später gezogen, da hatten wir dann aber auch nur noch eine Wohnung statt einem Haus, die Oma ist in eine andere Wohnung gezogen, da hatte sie dann auch ein Duschbad. Der Umzug wurde erforderlich, weil das Haus, in dem wir zur Miete gewohnt hatten, wegen Straßenverbreiterung (die dann später nie stattgefunden hat) abgerissen wurde. Der Vermieter bekam dafür von der Stadt eine Entschädigung, und auch meinen Eltern und meiner Oma wurde der Umzug bezahlt, und noch einiges an Aufwendungen, was wir für die neue Wohnung aufwenden mussten (neue Teppiche und Gardinen, weil die alten Sachen nicht mehr passten). Für das, was wir selber noch an Geld und Arbeit in das Haus gesteckt haben, gingen wir allerdings leer aus, weil wir nur Mieter waren. Wir hatten dann zwar ein wunderschönes Bad mit Badewanne, dafür aber eine Küche, die nur noch halb so groß war. Und keinen Garten mehr. Nur noch einen Hof mit ein paar Blumenbeeten. Dafür hatten wir dann fließendes Warmwasser und Zentralheizung.

    8

    Mittwoch, 28. August 2013, 15:06

    Meine Eltern haben 1947 gebaut. Wir hatten noch ein Plumpsklo - es hat meine ganze Kindheit begleitet. Es gab zwar eine Badewanne, doch die war nicht angeschlossen. Körperpflege in der Küche und nur alle paar Wochen mal dort auch in einer Zinkbadewanne gebadet. 1974 - also als ich zwölf war - hat mein Vater dann ein Bad eingebaut im ehemaligen Hühnerstall, der ans Haus angebaut und von dort zugänglich war. Der hatte dann aber schon einen "modernen" Spülkasten.

    9

    Donnerstag, 2. Juli 2015, 15:56

    Unvergessen auch das Krepp-Klopapier. Das gute 180er Sandpapier :rolleyes:
    und... meine Oma sorgte immer dafür, dass einige - "vorher zugeschnittene" - Blätter Zeitungspapier da klemmten...
    8) The Smoker You Drink, The Player You Get 8)

    10

    Dienstag, 16. Oktober 2018, 16:12

    Jaja was haben wir da durchgemacht :)

    Auf dem Plumpsklo der Großeltern stand immer die Bildzeitung zur Weiterverwendung zur Verfügung. Die einzig sinnvolle Anwendung für dieses Blatt, noch heute :D

    11

    Donnerstag, 14. Februar 2019, 12:31

    Klo eine Treppe tiefer

    Was ich mir bis heute vergeblich in unserem Haus wuensche, ist eine sogenannte walk-in shower, also eine Dusche zu ebener Erde, wo man eine Tuer oeffnet und in die Dusche tritt.
    Meine Eltern kauften ihr eigenes Endreihenhaeuschen (100 qm3) im Dezember 1966, und ich hasste die Badewanne vom ersten Tag an, weil man darin nur kauernd duschen konnte. Es gab keinen Duschvorhang, deshalb ging es nicht im Stehen. Wannenbaeder habe ich noch nie gern genommen!

    Im Laufe der Jahrzehnte zog ich immer wieder um, und von 1991 bis 1997 hatte ich eine walk-in shower in Hamburg im eigenen Haus. Quel luxe!
    Aber danach, und schliesslich auch hier in den USA, waren es immer nur Badewannen mit hohem Rand (schwer zu managen, wenn man Hexenschuss hat) und Duschkopf an der Decke.
    Umso groesseren Wert lege ich auf Hotelzimmer im Urlaub mit walk-in shower. Wenigstens einmal im Jahr...
    Zum Thema Klo.
    Ich lebte 4 Jahre lang bis Ende 1978 in Braunschweig bei meinem Freund und dessen Familie in so einem alten, aeusserst renovierungsbeduerftigen Mietshaus mit 6 Parteien, wo die Klos auf der Zwischenetage untergebracht waren, und wo es keine Badezimmer gab.
    Einmal in der Woche am Samstagnachmittag wurde die riesige Zinkbadewanne aus dem Keller in die Kueche hochgeholt.
    Irgendwann gingen mein Freund und ich dann dazu ueber, unter der Woche zwei oder dreimal in die Mietwohnuung seiner aelteren Schwester zum Duschen zu gehen.
    Eine letzte Bemerkung noch zum Toilettenpapier.
    Meine Oma, die 1960 nach Muenchen zog, verwendete noch jahrelang kleingeschnittenes Zeitungspapier, das ich entsetzlich fand (es saugt nichts auf). Meine Eltern verwendeten eine Rolle Toilettenpapier in den 60er Jahren, die sich aber sehr rauh anfuehlte.
    Was mich schon als Kind im eigenen Haus stoerte: staendig ging uns das Toilettenpapier auf Rollen aus. Damals kaufte man nur eine oder zwei Rollen pro Einkauf :thumbdown: , und das reichte fuer eine dreikoepfige Familie natuerlich nicht fuer eine ganze Woche.
    Aber auch in den 80er Jahren noch, wenn wir Freunde in Sueddeutschland besuchten, war das Versteck des Toilettenpapiervorrats das best-gehuetete Geheimnis in der jeweiligen Wohnung. Niemand, den ich kannte, sei es in Germany oder hier in den USA, lagert den Toilettenpapiervorrat da, wo er am dringendsten benoetigt wird: im Badezimmer. Das habe ich schon vor Jahrzehnten geaendert: in unserem Badezimmer lagert eine 72 Rollen Packung mit weichem two-ply (zweilagig) Toilettenpapier - kein kratziges Toilettenpapier fuer mich. Einlagiges Papier bringt eh nichts, davon muss man nur doppelt soviel von der Rolle reissen, also kommt mir nur two-ply ins Haus.
    Ja, heute, wo man mindestens einmal täglich unter die Dusche springt, warmes Wasser in sekundenschnelle aus dem Hahn läuft, wundert man sich über die sanitäre Rückständigkeit von damals. Es gab in den 60ern noch Wohnungen, die hatten auch noch kein Bad. Waschen und Zähneputzen erfolgte am Waschbecken in der Küche, immerhin gab es da schon fliessend kaltes Wasser. Um sich warm zu waschen oder zum Haarewaschen musste Wasser in einem Topf auf dem Herd erwärmt werden. Badetag war der Samstag. Da wurde die Blechwanne aus dem Keller in die Küche gebracht und mit heißem Wasser vom Herd und kaltem Wasser vom Hahn gefüllt. Erst in den 70ern waren auch die älteren Häuser soweit renoviert, das Bad, Dusche und WC überall eine Selbstverständlichkeit waren. Dafür wurden mit jedem Neubau die Küchen immer kleiner.