Raumpatrouille (Raumschiff Orion)




Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen. Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist zur Besiedlung erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die Orion, winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt. Begleiten wir die Orion und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit.

Mit diesem Monolog begannen die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion. Raumpatrouille war die erste deutsche Science-Fiction Fernsehserie. Erster Start war am 17. Sept. 1966 in der ARD um 20:15 Uhr nach der Tagesschau. Im 14täglichen Abstand wurden insgesamt 7 Folgen von jeweils ca. 60 Min. ausgestrahlt.
Die Serie wurde 1965 von Bavaria-Film in schwarz-weiß gedreht. Die futuristische Ausstattung des Orion-Raumschiffes basierte auf banaler Gegenwartstechnik, wie verfremdete Bügeleisen, Wasserhähne und Bleistiftanspitzer, die als Armaturen und Plastikbecher, die als Deckendekoration zum Einsatz kamen. Für die Spezialeffekte wurden häufig Zeichentrickelemente eingesetzt. Trotz der für heutige Ansprüche billig wirkenden Ausstattung, war es damals die deutsche TV-Serie mit den bis dahin höchsten Produktionskosten. In den Filmsequenzen unter Wasser schwammen, z.B. zu den grotesken Tanzeinlagen im "Starlight-Casino" Fische an den Glasflächen vorbei. Beeindruckend waren vor allem die flimmernden Glitzer-Außerirdischen - die Frogs mit ihren seltsam hüpfenden Raumschiffen. Höhepunkt jeder Folge war für mich jedoch der Countdown und Unterwasserstart der Orion mit der unvergesslichen, von Peter Thomas komponierten Titelmelodie.

Das waren die Helden der Serie:
Die Orion-Besatzung:
Dietmar Schönherr als Major Cliff Allister McLane, Kommandant des Schnellen Raumkreuzers Orion
Wolfgang Völz als Leutnant Mario de Monti, Armierungsoffizier
Eva Pflug als Leutnant Tamara Jagellovsk, GSD-Sicherheitsoffizier
Claus Holm als Leutnant Hasso Sigbjörnson, Bordingenieur
Friedrich G. Beckhaus als Leutnant Atan Shubashi, Astrogator
Ursula Lillig als Leutnant Helga Legrelle, Raumüberwachung
... und außerhalb des Raumschiffes:
Benno Sterzenbach als General Winston W. Wamsler, Befehlshaber der T.R.A.V. (Terrestrische Raumaufklärungsbehörde)
Friedrich Joloff als Oberst Villa, Oberbefehlshaber des GSD (Galaktischer Sicherheitsdienst)
Charlotte Kerr als General Lydia van Dyke, Befehlshaberin der schnellen Kampfverbände

Raumpatrouille war die Science-Fiction-Serie der 60er-Jahre. Nur wenige Tage vorher war in den USA die Serie "Raumschiff Enterprise" gestartet, allerdings dauerte es noch 6 Jahre bis die Serie 1972 im deutschen Fernsehen erschien.

Im Jahr 2003 lief ein ca. 90 minütiger Zusammenschnitt mehrerer Folgen unter dem Titel "Raumpatrouille Orion – Rücksturz zur Erde" im Kino. Die einzelnen Filmschnippsel wurden über eine "Sternenschau" mit Elke Heidenreich als Nachrichtenprecherin verbunden. Meiner Meinung nach ein recht überflüssiger Film, der bei weitem nicht an die Originalfolgen heranreicht. Die Serie, sowie der Kinofilm, sind komplett auf DVD erhältlich.

FolgentitelMinDatumSenderKommentarDVD
Angriff aus dem All60Samstag 17.09.1966ARDWH. 24.03.1968 ja
Planet ausser Kurs60Samstag 01.10.1966ARDWH. 07.04.1968 ja
Die Hüter des Gesetzes60Samstag 15.10.1966ARDWH. 21.04.1968 ja
Deserteure60Samstag 29.10.1966ARDWH. 05.05.1968 ja
Der Kampf um die Sonne60Samstag 12.11.1966ARDWH. 19.05.1968 ja
Die Raumfalle60Samstag 26.11.1966ARDWH. 09.06.1968 ja
Invasion60Samstag 10.12.1966ARDWH. 16.06.1968 ja




Abbildungen (von oben nach unten):
1: Premiere von Raumpatrouille am 17.09.1966, HÖRZU Ausgabe 38/1966, Axel-Springer-Verlag
2: Raumpatrouille, HÖRZU Ausgabe 46/1966, Axel-Springer-Verlag
3: Raumpatrouille, HÖRZU Ausgabe 38/1966, Axel-Springer-Verlag


  • Zurück zur Übersichtsseite