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    Dienstag, 17. Oktober 2017, 21:27

    Musik aus Studio B

    Soweit es meine grauen Zellen noch hergeben, ist dieses äußerst beliebte Unterhaltungsformat insbesondere der 60er Jahre damals weitgehend an mir vorbeigegangen. Der Grund dürfte in dem zeitlich vorgerückten Sendetermin im Abendprogramm der ARD gelegen haben (die meisten Folgen liefen ab 21.00 Uhr), zu dem ich bereits an der Matratze horchen mußte ;( .
    "Studio B" lief ab Oktober 1961 im zeitlichen Abstand von etwa sechs Wochen als 45- Minutenformat und war die erste Musiksendung des deutschen Fernsehens, die sich durch die Vorstellung von meist neuen deutschen Schlagern vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtete. Chris Howland gewann als erster Moderator dieses Formats in den 60ern eine ungeheure Popularität bei der Mehrheit des deutschen Fernsehpublikums. Der Grund lag in seiner originellen, etwas spleenig unbeholfenen Art, seinem akzentuiert britischen Akzent und seinen eingeflochtenen Witzen sowie den ausgefallenen Requisiten, mit denen er gelegentlich herumalberte.
    Die von ihm präsentierten Schlagerstars dieser Jahre traten im Studio auf, sangen gelegentlich auch im Duett, waren jedoch oft alles andere als deutscher Herkunft. In Erscheinung traten z.B. die junge Vicky Leandros, Bill Ramsey, Rocco Granata, Adamo, Vivi Bach, Petula Clark, Billy Mo, Gitte Henning u.v.a.
    Gelegentlich betätigte sich "Mr. Heinrich Pumpernickel" auch als Discjockey und spielte am Plattenteller Schlager vor. Für die tänzerische Untermalung sorgte das Hamburger Fernsehballett.
    Chris Howland nahm in diesem Zeitrahmen trotz stimmlicher Defizite auch selbst einige Platten auf, darunter die "Hämmerchen- Polka" und "Superkalifragilistisch".
    Im Jahre 1969 verabschiedete sich Howland trotz guter Einschaltquoten überraschend von seiner Sendung vor dem Hintergrund von Dauerquerelen mit dem damaligen Unterhaltungschef des NDR. Neben fachlichen Differenzen mögen auch persönliche Animositäten eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Letztendlich war es eine Trennung im Streit. Leider ging dieser so weit, daß der NDR alle MAZ- Bänder der Reihe mit Ausnahme der Jubiläumssendung Nr. 50 rückstandslos löschte, so daß uns durch diesen "Gewaltakt" ein wichtiges Stück deutscher Fernsehgeschichte unwiderruflich verlorengegangen ist.
    Howland´s Nachfolger wurde der Österreicher Peter Fröhlich, von dem sich der NDR nach nur fünf Sendungen in acht Monaten wiederum trennte, weil es erhebliche Differenzen zwischen Moderator und Regisseur über die inhaltliche Gestaltung der Show gab. Nach achtzehn Monaten Pause wurde das Format im Oktober 1971 von Henning Venske wiederbelebt, der sich, ähnlich wie "Mr. Pumpernickel", nicht zu schade für den einen oder anderen Kalauer war. Leider äußerte er infolge auch in der Öffentlichkeit, daß das Format "eine Sendung für Blöde" sei, verlor daraufhin seinen Vertrag und wurde 1974 von wechselnden Gastmoderatoren wie Max Schautzer, Lisa Fitz, Katja Ebstein oder Hanni Vanhaiden abgelöst. 1976 wurde "Musik aus Studio B" endgültig eingestellt.
    Die traditionelle Erkennungsmelodie zu "Studio B" war "Melody Fair" von Robert Farnon.
    Der 1928 in London geborene Chris Howland begann seine Karriere 1948 beim britischen Armeesender BFN (später BFBS) und wurde 1952 Discjockey beim deutschen NWDR. In einer seiner zahlreichen Moderationen der 50er Jahre gab er sich selbst den Spitznamen "Heinrich Pumpernickel", unter dem er später bundesweit sehr populär wurde. Howland war jedoch nicht nur Rundfunkmoderator, sondern trat auch in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen der 50er und 60er Jahre auf, oft in der Rolle des spleenigen Engländers. Ab 1961 moderierte er 59 Folgen des hier besprochenen TV- Erfolgsformats "Musik aus Studio B". Bekannt wurde er darüber hinaus zwischen 1961 und 1966 durch die Moderation der Erfolgssendung "Vorsicht Kamera". Auch spielte er diverse Rollen in fünf Rialto Karl May- Verfilmungen der 60er Jahre.
    Zwischen 1980 und 1983 moderierte er auf NDR 2 noch einmal die Hörfunkvariante von "Musik aus Studio B" unter gleichem Titel.
    Chris Howland starb im November 2013 in Rösrath bei Köln im Alter von 85 Jahren.
    Die einzige noch erhaltene Sendung, in der Chris Howland "Musik aus Studio B" gemeinsam Mit Billy Mo und Bill Ramsey moderierte, ist z.Zt. auf www.youtube.com abrufbar. Die Folge gilt allerdings als nicht besonders repräsentativ für das Gesamtformat, da es sich um die Jubiläumsausstrahlung Nr. 50 von 1968 handelt, die viele klamaukartige Züge aufweist.

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    Mittwoch, 18. Oktober 2017, 17:25

    Chris Howland

    An "Musik aus Studio B" mit Chris Howland kann ich mich gut erinnern. So mit 12/13 Jahren durfte ich da schon bestimmte Sendungen sehen. Ich weiß nicht, an welchem Wochentag das ausgestrahlt wurde, aber an Samstagen waren meine Eltern großzügiger.

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    Mittwoch, 18. Oktober 2017, 18:05

    "Musik aus Studio B" im Abendprogramm

    Die meisten Folgen der 60er Jahre liefen wochentags, also nicht am Wochenende, im Programm der ARD ab 21.00 Uhr. Damals war ich zwischen vier und elf bis zwölf Jahre alt und werde, wenn überhaupt, allenfalls eine der ganz späten Folgen mitbekommen haben.