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    Sonntag, 8. Mai 2016, 17:53

    Pater Brown

    Eine der wenigen Vorabendserien der 60er Jahre, die ich nicht besonders mochte, war "Pater Brown".
    Das hing jedoch einzig und allein mit dem Protagonisten der Reihe, dem Wiener Burgschauspieler Josef Meinrad zusammen, den ich aus unerfindlichen Gründen nicht ausstehen konnte :S .
    Wie auch immer: der geistige Vater des "Detektivs im Ornat" war der Engländer Gilbert Keith Chesterton, der zwischen 1910 und 1935 achtundvierzig Kurzgeschichten dieses Sujets für Zeitungen verfaßte, die später in fünf Büchern zusammengefaßt wurden.
    Der Protagonist der Buchserie ist ein äußerlich eher unscheinbar wirkender katholischer Geistlicher, der mit Logik und Einfühlungsvermögen auch die kniffligsten Kriminalfälle löst, in die er meist durch Zufall hineingerät.
    Brown´s Markenzeichen sind seine Soutane und ein etwas überdimensionierter Regenschirm.
    Die Lösung der schwierigsten Fälle gelingt dem Geistlichen, indem er sich in die Psyche der Täter versetzt und deren Motive nachzuvollziehen versucht. Mit Gottes Hilfe bemüht er sich weniger um die Bestrafung der Täter als um die Rückführung der Gestrauchelten auf einen gottgefälligen Weg.
    Die ersten Verfilmungen von Chesterton´s Erzählungen enstanden bereits 1934 und 1954. Letztere mit Sir Alec Guinness in der Hauptrolle gilt als die bis heute beste filmische Umsetzung des Sujets.
    In Deutschland wurde der Geistliche durch die drei Spielfilme mit Heinz Rühmann als Pater Brown am bekanntesten: "Das schwarze Schaf" (1960), "Er kann´s nicht lassen" (1962) und "Die Abenteuer des Kardinal Braun"(1968 ). Letzterer gilt als der mit Abstand schwächste dieser Reihe und wurde von der Kritik durchweg verrissen.
    Ab 1966 wurde "Pater Brown" dann zum Fernseh- Helden. Im Vorabendprogramm der ARD- Regionalsender liefen bis 1972 im 25- Minutenformat 39 Episoden der Reihe in 5 Staffeln um den klugen Geistlichen unter der Regie von Rainer Wolffhardt. Die ersten 13 Episoden wurden noch in s/w gedreht, alle weiteren in Farbe. Die Aufnahmen entstanden zunächst in Österreich und ab Staffel 3 in Bayern. Der Wiener Burgschauspieler Josef Meinrad , der 1965 bereits durch die Hauptrolle in dem Adventsvierteiler "Don Quijote von der Mancha" einem breiteren Publikum bekannt wurde, spielte den katholischen Geistlichen.
    Die Serie wurde in der Medienkritik der damaligen Zeit recht unterschiedlich beurteilt. Meinrad galt zwar fast einhellig als die richtige Besetzung für den Part, jedoch erschienen die Plots als zu langatmig und dadurch zu wenig spannungsgeladen. Dieser Eindruck wurde durch die betuliche Art des Protagonisten (man erkannte den gelernten Theaterschauspieler) nur noch verstärkt.
    Dementsprechend beschaulich erklärt Brown "seinem" Inspektor Smith den Vorgang seiner Verbrechensaufklärungen bei einer gemütlichen Pfeife in Episode 1 wie folgt: "Es gelang mir..., weil ich selbst der Mörder war. Ich bemühte mich, in den Mörder hineinzuschlüpfen, ich bewegte seine Arme und Beine und deshalb wußte ich auch sehr bald, wer der Mörder war."
    2015 brachte Pidax- Film die komplette Reihe in mehreren Tranchen digital restauriert heraus, so daß Fans der Reihe voll auf ihre Kosten kommen. Auch auf www.youtube.com findet sich z.Zt. ein sehenswerter Clip in Überlänge mit allen Episoden der fünften Staffel.
    Die Fernsehserie um "Pater Brown" ist sowohl für TV- Nostalgiker als auch für Krimifans selbst heute noch sehenswert, auch wenn ich persönlich nicht soweit gehen würde, der Reihe das Prädikat "Kultserie" zuordnen zu wollen ;) .