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    Freitag, 31. Juli 2015, 08:17

    na denn

    Hallo Lupo,

    ich sehe das ähnlich wie du. Wobei, gerade in einem Forum wie diesem fällt mir zu fast allem etwas ein. Wundere mich auch, dass hier nicht die eine oder andere Rückmeldung kommt.

    Aber, wie sagt man "sich selbst an der Nase packen": Wir beide als relative Neulinge, können ja mit gutem/besseren Beispiel voran gehen.

    Beste Grüße

    Harry
    8) The Smoker You Drink, The Player You Get 8)

    2

    Freitag, 31. Juli 2015, 08:42

    Wie hier ja schon mal erwähnt, dient dieses Forum mehr der Dokumentation, weniger der Diskussion. Es entspricht damit wohl eher einem Blog. Dazu liest man bei Wikipedia: "Damit kann das Medium sowohl dem Ablegen von Notizen in einem Zettelkasten, dem Zugänglichmachen von Informationen, Gedanken und Erfahrungen, etwas untergeordnet auch der Kommunikation dienen, ähnlich einem Internetforum."

    Ein Forum über die 60er Jahre schränkt den Benutzerkreis zudem ziemlich ein, etwa auf die 50er und sehr frühen 60er Jahrgänge. Dieser Personenkreis, der ja vergleichsweise spät mit den digitalen Medien in Berührung gekommen ist, nutzt das Internet eher passiv, also z.B. nach Informationen "googeln", Homebanking oder Online-Shopping. Google, eBay, Amazon dürften hier zu den bevorzugten Seiten gehören.

    Vieles wurde in dem Forum ja schon angesprochen und nach so vielen Einträgen fällt auch mir nicht mehr allzu viel ein. Hin und wieder ziehe ich auch in Erwägung, diese Seiten nicht weiter zu führen (kostet ja auch Zeit und Geld und nicht selten auch Nerven). Vor allem das Gästebuch und auch auch die Zuschriften, die ich bekomme, zeigen aber ein durchweg positives Echo. Die Zuschriften kommen manchmal aus fernen Ländern wie den USA oder Australien und es kommen auch Zuschriften von jüngeren Generationen, die ein Thema aus den 60ern in der Schule durchnehmen, ein Referat darüber schreiben oder von ihren Eltern und Großeltern etwas darüber gehört haben und sich nun näher informieren wollen. Alle diese Personen lesen auch eifrig Forenbeiträge, beteiligen sich aber nicht aktiv. Ein Beitrag aus diesem Forum fand auch Eingang in ein Übungsbuch für die Hauptschulabschlussprüfung der 9./10. Klasse für das Fach Deutsch.

    Ich habe in meinem Leben nun auch schon einige Jahrzehnte durchschritten und die 60er waren für mich zwar nicht unbedingt die schönsten, aber doch interessantesten Jahre. Ich denke, es lohnt sich, die Erinnerungen daran zu bewahren und nicht nur die trockenen Fakten wie man sie in Chroniken oder Geschichtsbüchern lesen kann, sondern eben auch zeitgenössische Berichte von Menschen, die dieses Jahrzehnt als Kinder miterlebt haben. Jedes Forenmitglied, ob es hier nur einen oder über einhundert Beiträge schreibt, trägt dazu bei diese Jahrzehnt wieder lebendig werden zu lassen. Und ich bin bei weitem nicht der einzige, der sich darüber freut. Deshalb bei dieser Gelegenheit noch einmal meinen Dank an alle, die hier fleißig und unbeirrt ihre Erinnerungen, Gedanken und Informationen mit anderen teilen (auch, wenn nur selten mal ein Echo dazu kommt).

    3

    Freitag, 31. Juli 2015, 17:38

    Über den Sinn und Zweck des Forums

    Ein Forum kann kein Wunschkonzert sein. Aufgrund bereits beschriebener Probleme hat der Betreiber dieser Seiten zu Recht den Zugang für neue Forumsmitglieder erschwert. Was nicht heißt, daß hier nicht eifrigst von zahlreichen Gästen mitgelesen wird.
    Wenn ich neue, dokumentarische Beiträge auf dieser Plattform verfasse, erwarte ich von den wenigen z.Zt. aktiven Mitgliedern nicht unbedingt eine Resonanz. Viele dieser Beiträge sind sehr speziell, z.B. die über einzelne Comic- Serien der 60er Jahre. Ich weiß aber, daß über Suchfunktionen manche dieser Beiträge durchaus gesucht sind und gelesen werden.
    Neuen Mitforisten kann ich nur empfehlen, sich eifrigst mit Beiträgen zu beteiligen. Und zwar auch dann, wenn die Resonanz anfangs eher verhalten sein sollte. Das wäre für mich kein Grund, verschnupft in andere Foren abzuwandern. Zumal Fragestellungen, z.B. die über "Aufstellfiguren", soweit möglich auch von uns beantwortet werden.

    4

    Montag, 3. August 2015, 18:02

    Die heute 50- bis 60 jährigen, also unsere Generation, ist wohl meist in der Lage, mit dem PC und dem Internet "für den Hausgebrauch"umzugehen. Schwieriger sieht´s in der Regel bei denen aus, die 70 oder älter sind. Obwohl es auch in dieser Altersgruppe noch einzelne "Cracks" gibt.
    Wir hatten Anfang der 80er einen etwas schwierigen Dozenten, bei dem wir zunächst auf dem Commodore VC 20 und später auf dem C 64 die Grundlagen gelernt haben. Natürlich arbeitet heute niemand mehr mit Basic.
    Nein, der Grund für die schwache Teilnahme dürfte eher in den etwas komplizierter gewordenen Anmeldemodalitäten zu suchen sein. Das schnelle Einloggen, um sich mal eben zu einem Thema einzubringen, geht hier zumindest z.Zt. nicht mehr.
    Wenn Du Beiträge z.B. zur Geschichte der Rundfunksendungen im Raum Berlin einstellst, wirst Du natürlich bei den Berliner Foristen sofort großen Anklang finden. Alle anderen interessiert´s eher weniger. Meine "Haussender" waren ab ca. 1970/71 WDR 2 und BFBS, der Haussender der britischen Rheinarmee. Letzterer vor allem wegen der aktuellen Hits, die leider nie bis zum Schluß ausgespielt wurden...
    Und Radio Luxembourg in teils grausliger Empfangsqualität auf MW, vor allem wegen der englischen Hitparade.
    Schön und gut, wirst Du sagen, aber wen interessiert´s außer den Vögeln aus Nordrhein- Vandalen ?!
    So sieht´s aus, von daher meine Grundeinstellung: ich gebe hier in erster Linie meine Erinnerungen aus Kindheit und früher Jugend für mich selbst (solange die kleinen grauen Zellen es noch hergeben) und meine Angehörigen wieder. Und wenn sich darüber hinaus noch nette Diskussionen hier im Forum ergeben: um so besser ! ;)

    5

    Dienstag, 4. August 2015, 17:51

    Rundfunksender für die Jugend um 1970

    Da hattet ihr´s in der Reichshauptstadt seinerzeit besser als wir im Westen.
    BFBS hatte sehr schöne Spartenprogramme, z.B. "Your mother should know" mit alten Swing- und Jazznummern. Das lief immer am frühen Sonntagabend. Nach meiner Erinnerung lief ich nach " Die Leute von der Shiloh Ranch" um 1970 in mein Zimmer, um diese Sendung zu hören. War mal was anderes.
    BFBS hatte nur, wie schon erwähnt, die dumme Angewohnheit, aktuelle Hits nicht auszuspielen. Stattdessen quatschten die Moderatoren immer in die letzten Takte rein, so daß Aufnahmen sich kaum lohnten.
    Unser "Küchensender" war ab Mitte der 60er WDR 2. Dort lief im Morgenmagazin (mit Gisela Marx) und im Mittagsmagazin (mit Dieter Thoma) eine bunte Mischung von Unterhaltungsmusik und auch aktuellen Hits. Dabei auch viele französische Titel.
    Einen reinen Jugendsender bot m.W. für uns um 1970 nur der SWR. Den bekamen wir im Raum Düsseldorf aber nur schwer rein.
    Richtig, Radio Luxembourg auf MW hörte ich auch immer abends in der Koje. Die Empfangsqualität variierte je nach Wetterlage beträchtlich. Unsere Ansprüche waren damals aber noch sehr bescheiden. :sleeping:

    6

    Mittwoch, 5. August 2015, 17:55

    Grenzkontrollen in den 60er/ 70er Jahren

    Yap, die Krux der Grenzkontrollen, bedingt durch reichlich "Ostverwandtschaft" (rund zwei Drittel meiner Verwandten wohnte im Arbeiter- und Bauernstaat) und regelmäßige Besuche dort kannte ich auch. In den 60ern in Oebisfelde; da fuhren wir noch mit der Bahn, und in den 70ern mit dem PKW über Helmstedt/ Marienborn.
    Meist waren die Grenzer Sachsen, da die Organe den grenznah wohnenden Brandenburgern, Anhaltinern etc. mißtrauten. "Mochen se mol d´n Gofferraum ouf" war einer der Standardsprüche, und natürlich die unvermeidlichen Spiegelwägelchen. Der Kelch einer Komplettfilzung ist an uns aber gottlob vorbeigegangen. Oft traf es "Wessies", die meinten, an der Grenze den Dicken machen zu müssen.
    Einiges habe ich als Jüngling aus der DDR "exportiert": eine komplette GST (Gesellschaft für Sport und Technik)- Uniform, Schaftstiefel meines Onkels, der NVA- Offizier war und alle zwei Jahre ein Paar neue bekam, Kunsthandwerk, Bücher, DDR- Orden, alte Koppelschlösser, Zinngeschirr, Briefmarken und und und...
    Auffallend war für mich, das die innergesellschaftliche Solidarität in der DDR größer war als bei uns. Bedingt durch vermeintliche oder tatsächliche Mängel, brauchte man einander und es wurde viel gegenseitig "kompensiert". Absolute Gewinner waren natürlich Leute mit Westverwandtschaft und Valuta; da gab´s dann keinerlei Beschaffungsprobleme, auch nicht im handwerklichen Dienstleistungsbereich.

    7

    Mittwoch, 5. August 2015, 18:31

    RE: Grenzkontrollen in den 60er/ 70er Jahren

    "Mochen se mol d´n Gofferraum ouf" war einer der Standardsprüche

    Die Grenzkontrollen habe ich nie selbst erlebt, vor dem Mauerfall war ich nur beruflich "drüben", mit dem Flugzeug Nürnberg - Berlin. Seit meiner Jugendzeit kenne ich jedoch die im Westen bekannte Frage:

    Was ist das am häufigsten gebrauchte sächsische Wort?
    Antwort: Gänsefleisch.

    (Gän Se fleisch mol d'n Gofferaum uffmache)

    8

    Mittwoch, 5. August 2015, 20:33

    Na ja, ganz so "heeflich" waren die Grenzer i.d.R. nicht. Unser Patentsystem bei der Überfahrt lag halt darin, weder ängstlich noch überheblich bei denen "rüberzukommen". Und damit kamen wir auch wunderbar klar.
    Den größten aller Unfälle erlebte ich 1969 bei der Ausreise in Oebisfelde. Die West-Dame vor uns hatte wohl Verwandte auf dem Lande besucht und einen ganzen Koffer voller Fleisch- und Wurstwaren, der von den Grenzern dann auch komplett beschlagnahmt wurde.
    Das Szenario dort war selbst für damalige Verhältnisse schon gespenstisch. Wachttürme, Absperrungen mit Stacheldraht entlang der Gleise und jede Menge Grenzer, teils mit Schäferhunden. Natürlich nicht als Maßnahme gegen BRD- Reisende, sondern gegen "Republikflüchtlinge".
    Ansonsten waren Ostdeutsche für mich schon als Kind ganz selbstverständlich Landsleute wie die im Westen auch. Meine Eltern hatten mich schon frühzeitig darüber aufgeklärt, daß sich die übergroße Mehrheit der Bevölkerung im Osten dieses politische System nicht ausgesucht hatte.
    In den 70ern waren dann Sendungen wie "Kennzeichen D" mit H.W. Schwarze Pflichtprogramm. Das DDR- Fernsehen bekamen wir im äußeren Westen wohnende dagegen nicht rein. Erst in den 80ern habe ich mir Sendungen wie "Der schwarze Kanal" als didaktisches Anschauungsmaterial mit Interesse angesehen. Ende der 80er dann "Elf99", in dem man fast wöchentlich feststellen konnte, wie die Moderatoren immer mutiger wurden. Bis zum Besuch einiger Moderatoren (Ingo Dubinski ?) in Wandlitz.

    9

    Freitag, 7. August 2015, 17:47

    RE: Grenzkontrollen in den 60er/ 70er Jahren

    Der Kelch einer Komplettfilzung ist an uns aber gottlob vorbeigegangen.
    uns nicht .....

    Wir waren mit dem alten R4 meines Onkels unterwegs. Nebenbei : die Karre hatte nicht mal eine Radio mit Kassette, es war ja hinreichend bekannt, das Compact-Kassetten oft konfiziert wurden, sogar die Reinungskassette ( könnte ja ne geheime oder versteckte Botschaft drauf sein ).

    Anyway: auf der Hutablage lag der alte Jägerhut meines Onkels. Einer der Posten fragte: sind sie Jäger (Anmerkung : so ein Depp, sorry). Wir - alle um die 20 Jahre alt fanden die Frage einfach nur blöde, und mein Kumpel Klaus sagte: "Ja, Schürzenjäger!" Ein militärisches "Fahr´n se sofort rechts ran" war der Auftakt zu einer fast gänzlichen Zerlegung des Fahrzeugs.....
    8) The Smoker You Drink, The Player You Get 8)

    10

    Freitag, 7. August 2015, 17:53

    Reinreden

    die dumme Angewohnheit, aktuelle Hits nicht auszuspielen. Stattdessen quatschten die Moderatoren immer in die letzten Takte rein, so daß Aufnahmen sich kaum lohnten.
    außer Atlantis von Donovan und Hey Jude von den Beatles. Auch wenn gerade bei diesen beiden Songs ca. 3 Minuten nix passiert "lay down, across ... bzw. la,la,la,..." wurden diese bis zur letzen Rille genudelt.
    8) The Smoker You Drink, The Player You Get 8)

    11

    Freitag, 7. August 2015, 19:34

    Real existierender Sozialismus anno 1975

    Verwandte von uns hatten in den frühen 70ern weitgehend in Eigenleistung "gebaut". Jeder gelernte DDR- Bürger weiß, mit welchen Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung das damals verbunden war.
    Gesucht waren vor allem Küchen- und Badezimmerfliesen aller Art. Mein Vater erfüllte den Wunsch der Verwandten gern und wir brachten einiges davon "rüber" in die Nähe von Halle/ S.
    Als kleines Dankeschön legte mir Großtante Paula, die bei der Deutschen Post arbeitete, ohne mein Wissen einen großen Umschlag mit postfrischen DDR- Briefmarken in´s Handschuhfach.
    An der Grenze das übliche Prozedere inkl. Öffnen des Handschuhfachs. "Was ist das ?". Ich öffne den Umschlag und falle aus allen Wolken. "Se´wissen doch, das der Export von Briefmarken der Deutschen Demokratischen Republik nicht gestattet ist ?!". Wahrheitsgemäß erklärte ich dem Grenzer den Vorgang.
    "Machen ´se wieder zu, und gute Weiterfahrt".
    Auch das gab´s also im DDR- Grenzalltag. Mir sind Kollegen bekannt, die in den 70ern für Westfirmen in der DDR gearbeitet haben, ein Sondervisum hatten und bei den regelmäßigen Grenzübertritten "Fachliteratur" für die Grenzposten mitnahmen. Vor allem der "Kicker" wurde dort sehr gern gelesen. Diese Techniker hatten an der Grenze nie Probleme.
    Die Komplettfilzung des R 4 war natürlich ärgerlich. Andererseits war dieses Prachtstück von Renault mit der Revolverschaltung recht wartungsfreundlich. Mein erster R 4 war nach meiner Erinnerung Bj. 69, hatte noch die 27 PS- Maschine und das Loch in der Stoßstange zum Ankurbeln. Vor allem im Winter habe ich davon regen Gebrauch gemacht: Backstein auf´s Gaspedal, und dann wurde gekurbelt :cursing:.