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    Donnerstag, 18. März 2021, 11:46

    Der Beat der 6oer

    Für mich wie über Nacht war sie plötzlich da: eine Musik, die ich so noch nicht gehört hatte. "She loves you, yeah, yeah, yeah" . Namen von Bands, die sich lasen wie Wesen aus einer fremden Zivilisation. The Who, Stones, Kinks, Swinging BlueJeans, Searchers, Dave Clark Five, und natürlich immer wieder die Beatles. Stand von denen eine neuer Titel an, so wurde schon Tage vorher auf BFBS der erste Sendezeitpunkt vorgeheizt. Und dann saß ich mit dem MIcro vom Tonband am Kofferradio, freute oder wunderte mich über TopTwenty-Einsteiger, und ärgerte mich, wenn der Sprecher vor- oder nachher zu lange oder zu früh in den Hit reinquatschte.

    Mein erstes Live-Konzert war eine Schulband, die die Aula eines anderen Gymnasiums rockte. Die erste Profiband war Sam the Sham & the Pharaohs, "Wolly Bully" kennt man vielleicht noch. Im Vorprogramm die deutsche Band Yankees, deren Titel "Halbstark" 1965 ziemlich erfolgreich war.
    1964: Der Film "A Hard Day`s Night", an einem Sonntag fuhr mich mein Vater zu dem Kino in Köln-Mülheim, vor dem schon eine Schlange schnatternder Jugendlicher stand. Ich weiß nicht mehr, mit welcher Clique ich in dem Kino war, meine Erinnerung hat nur die sagenhafte Wirkung der Songs in Verbindung mit der eigentlich nebensächlichen Handlung gespeichert. So abgedriftet durch Musik bin ich eigentlich nur noch bei "Srgt. Pepper" und Pink Floyds Atom Heart Mother". Aber das war um einiges später.

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    Donnerstag, 18. März 2021, 16:47

    RE: Der Beat der 6oer

    Noch eine Geschichte ueber meinen Vater, der Musik ueber alles liebte, vor allem Klassik und Jazz (er starb 2011).
    Dies war wohl so um 1964/1965 herum (wann sangen Roy Black "Ganz in Weiss", Drafi Deutscher "Marmor, Stein und Eisen bricht" und Ricky Shayne "Ich breche alle Ketten" ?).
    Ich ging jedenfalls noch zur Volksschule, und hoerte mir in meiner Freizeit deutsche Schlagersaenger an, was meinem kultivierten Vater sehr missfiel.
    Eines Tages hatte er genug von meinem lausigen Musikgeschmack, kam in mein riesiges Kinderzimmer am Prinzenpark (dort wohnten wir zur Miete, ehe wir in das 100 qm3 kleine Reihenhaeuschen am Stadtrand von Braunschweig zogen, wo ich das grosse Kinderzimmer gegen ein winziges Kinderzimmerchen eintauschte), und verstellte meinen Sender vom Deutschlandfunk auf BFBS, wo gerade die Top 20 lief.
    Die Stones und die Beatles wurden angesagt, und mein Vater sagte befriedigt: "DAS ist Musik."
    Von dem Tag an war ich von Drafi Deutscher & Konsorten bekehrt, und hoerte mir nur noch britische Rock Bands an.
    Eine Muenchner Freundin schrieb mir an dem Tag, als die Beatles nach Muenchen kamen, einen Brief. Sie war auf dem Bahnhof gewesen und hatte sie gesehen. Den Brief hob ich mir in einer englischsprachigen Beatles Biographie jahrzehntelang auf.
    Als sich die Beatles trennten, war ich traurig.
    Ich ging nur zu ganz wenigen Konzerten, erinnere mich an die Hollies in der Braunschweiger Stadthalle, an Gilbert Bécaud (wir bekamen Freikarten), in den 70er Jahren erlbete Franz Josef Degenhardt (Spiel nicht mit den Schmuddlekindern) und hannes Wader, spaeter Juliette Gréco in der Hamburger Musikhalle (das war 1997) und kurz vor der Trennung von meinem ersten Ex-Mann Midnight Oil, die australische Band (Beds are burning).
    "Sergeant Pepper" war eine meiner ersten LP's, die ich mir spaeter in den 90er Jahren auf CD zulegte.
    Die Beatles Filme sah ich mir im Fernsehen an.
    The Who war eine meiner Lieblingsgruppen, Keith Moon war so ein sagenhafter drummer!
    Für mich wie über Nacht war sie plötzlich da: eine Musik, die ich so noch nicht gehört hatte. "She loves you, yeah, yeah, yeah" . Namen von Bands, die sich lasen wie Wesen aus einer fremden Zivilisation. The Who, Stones, Kinks, Swinging BlueJeans, Searchers, Dave Clark Five, und natürlich immer wieder die Beatles. Stand von denen eine neuer Titel an, so wurde schon Tage vorher auf BFBS der erste Sendezeitpunkt vorgeheizt. Und dann saß ich mit dem MIcro vom Tonband am Kofferradio, freute oder wunderte mich über TopTwenty-Einsteiger, und ärgerte mich, wenn der Sprecher vor- oder nachher zu lange oder zu früh in den Hit reinquatschte.

    Mein erstes Live-Konzert war eine Schulband, die die Aula eines anderen Gymnasiums rockte. Die erste Profiband war Sam the Sham & the Pharaohs, "Wolly Bully" kennt man vielleicht noch. Im Vorprogramm die deutsche Band Yankees, deren Titel "Halbstark" 1965 ziemlich erfolgreich war.
    1964: Der Film "A Hard Day`s Night", an einem Sonntag fuhr mich mein Vater zu dem Kino in Köln-Mülheim, vor dem schon eine Schlange schnatternder Jugendlicher stand. Ich weiß nicht mehr, mit welcher Clique ich in dem Kino war, meine Erinnerung hat nur die sagenhafte Wirkung der Songs in Verbindung mit der eigentlich nebensächlichen Handlung gespeichert. So abgedriftet durch Musik bin ich eigentlich nur noch bei "Srgt. Pepper" und Pink Floyds Atom Heart Mother". Aber das war um einiges später.

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    Freitag, 19. März 2021, 10:50

    Geschmack der Väter

    Um den Vater beneide ich dich. Ich lag mit meinem in einem ständigen Clinch, besonders als der "Beat-Club" samstags uhrzeitmäßig öfter mit der Sportschau kollidierte. Er liebte bayerische Volksmusik, das Hamburger Hafenkonzert und Operetten. Meine Mutter stand auf Operetten und Opern, nicht Wagner, sondern mehr die heiteren. "Barbier von Sevilla" u.ä. Ein Schlagerchen ab und zu, Gerhard Wendland, Peter Alexander und Arien von Mario Lanza waren ihre Favouriten.
    Von einem Lottogewinn der Eltern fiel für mich ein Tonbandgerät - Marke Telefunken - ab. Wie ich schon schilderte, lieferte mir der BFBS, aber auch Radio Luxemburg meine Musik, die ich nun mit dem Mikro einfing.

    Eine Brieffreundin in Liverpool - unser Englischlehrer hatte uns schreibwillige Schüler aus England vermittelt - schickte mir die ersten Poster von Bands, die vogelwild aussahen. Ich war geflasht; meine Mutter auch, als ich die an die Wand klebte. Ich erfuhr zum ersten Mal von den Rolling Stones, hatte doch gerade erst die Beatles kennengelernt; den Pretty Things (alles andere als pretty), und erhielt ein Riesenposter von Donovan. In Jeans von Kopf bis Fuß, Hose, Jacke und Mütze. Das wollte ich auch. Bekam aber nur die Hose, die mein Vater prompt als Arbeiterhose abtat. Eine erste LP von eben jenem Donovan What’s Bin Did and What’s Bin Hid erwarb ich 1965. Mit "Josie" konnte sogar meine Mutter leben.

    Ganz schlimm wurde die Konfrontation mit dem Vater, als ich nicht mehr zum Frisör wollte. Einmal brachte er mich persönlich dorthin. Ich empfand das als demütigend. Heute sehe ich das gelassener, weiß, wie enttäuscht er über meine Schulleistungen war, wie sehr seine Geschwister ihn wegen meines Outfits und frühen Mädchenbekanntschaften drangsalierten, und wie sehr er den fehlenden Zugang zu seinem Sohn vermisst hat. Er war in seinem Leben stets strebsam, sparsam und pflichtbewußt, korrekt und liebevoll zu meiner Mutter. Erst in seinen letzten Lebensjahren - er starb mit 71 Jahren - entwickelte sich eine harmonischere Beziehung zwischen uns.

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    Sonntag, 21. März 2021, 12:19

    Hallo Herbert,
    herzlich willkommen.
    Musiksendungen wie Beat Club und Vaters Sportsendungen unter einen Hut zu bekommen war unser aller Problem.
    Gut wenn man einen Freund hatte, deren Vater um diese Uhrzeit nicht zu Hause war.
    Kann mich noch erinnern, wie wir seiner Mutter erzählen, das die Rolling Stones kommen würden und sie meinte " nur immer rein ins Wohnzimmer".???
    Und das aufnehmen auf Tonband mit Mikro der Schlagerbörse am Donnerstag um 18 Uhr mit Hanns Verres.
    Der Wellensittich wurde sicherheitshalber abgedeckt um jegliche Geräusche zu vermeiden.
    Wenn Hanns Verres bei der Aufnahme mal nicht reinquatschte, war es meine Mutter die zum Essen rief.

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    Sonntag, 21. März 2021, 17:55

    Sturm der Mütter

    Danke für dein Willkommen, @Bernie.

    In unserem damals so biederen Straßenzug - lauter Beamte,glaube ich - verbreitete sich in den frühen 60ern in Windeseile die Nachricht, dass in einer nahegelegenen Garage Musik gemacht würde. Ganze Pilgerzüge von Kids in meinem Alter strebten zur angegebenen Zeit dorthin. Das Hämmern eines Schlagzeugs hörte man schon von weitem. Je näher man kam, um so besser konnte man mit Fantasie den "Hippy hippy shake" der Swinging Bluejeans erkennen. In dem ganzen Gedränge vor der offenen Garage konnte man kaum etwas von der Band sehen. Als sich ein Gitarrist in heftigen Zuckungen aufs Publikum zu bewegte, erkannte ich ihn als den zwei Jahre älteren Hans-Jürgen aus der Nachbarschaft. Der war Objekt meines persönlichen Neids, weil er mit Marie-Theres ging, die ich auch gern als Freundin gehabt hätte. Nun auch noch mit `ner Band!
    Plötzlich entstand Unruhe in der hinteren Menge der Zuhörer. Ein Orkan keifender Frauenstimmen pfiff die Zöglinge nach Hause, weg von diesem katatonischen Spektakel. Im Nu hatten die Mütter ihre "fehlgeleiteten" Sprösslinge eingesammelt, nicht ohne drohende und schmähende Bemerkungen in die Tiefe der Garage zu schleudern. Überflüssig zu sagen, dass die Musik inzwischen verstummt war.

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    Dienstag, 23. März 2021, 12:26

    RE: Geschmack der Väter

    Mein Vater war generell gegen Fernsehen, in seiner Freizeit lag er am liebsten mit einem Kopfhoerer auf dem Wohnzimmerteppich und hoerte sich klassische Musik oder Jazz an. Und unser Langhaardackel schmiegte sich an ihn.
    Die Sportschau hat er sich nie angesehen, er interessierte sich weder fuer Fussball noch fuer anderte Sportarten. Er schwamm gern und viel, zwang mich auf lange Harz-Wanderungen (manchmal 17 km...wie ich das hasste!) und sammelte Fossilien.
    Allerdings verpasste ich regelmaessig fast jeden Sonntag die ersten 15 bis 20 Minuten von "Bonanza", weil wir dummerweise immer zu spaet vom Besuch bei meiner Oma in Bad Harzburg zurueck nach Braunschweig fuhren, was normalerweise 45 Minuten in Anspruch nahm, aber Sonntagnachmittags waren die Landstrassen zwischen dem Harz und Braunschweig immer verstopft, und es dauerte viel laenger.
    Ich musste 4 Jahre fuer ein eigenes Tonband sparen. Mit 14 war es endlich soweit. Trennte mich schliesslich in den fruehen 80er Jahren davon und verkaufte es auf einem Flohmarkt mitsamt den vielen Baendern, die ich bespielt hatte. 1980 kauften mein erster Mann und ich den ersten Videorekorder, und ich konnte mir endlich die vielen alten Filme zu passenderen (sprich frueheren) Zeiten ansehen, die immer im Nachtprogramm liefen (um 19 Uhr/20 Uhr liefen leider fast nur olle game shows, die mich absolut nicht reizten).
    Die einzigen Ausnahmen, bei denen mein Vater mal fernsah, waren "Auf der Flucht" (David Janssen), Kulenkampf (Einer wird gewinnen - meine Mutter konnte jede Frage richtig beantworten) und die 20 Uhr Nachrichten, was oft mit Filmen im ZDF kollidierte, die um 19:30 nach "Heute" begannen und die ich mir gern bis 21 Uhr angesehen haette.
    Ich hatte auch Brieffreunde, darunter einen aus Marokko, der mir ein Paket schickte. Mein Vater vermutete eine Bombe darin und brachte es sicherheitshalber zur Polizei, aber es stellte sich als etwas Harmloses heraus (ich vergass leider, was er mir geschickt hatte).
    Da ich schon als Kind unbedingt in die USA auswandern wollte, lag mir besonders viel an amerikanischen Brieffreundschaften, aber die schliefen immer nach kurzer Zeit wieder ein.
    Donovan's Songs mochte ich auch.
    Bis ich 12 war, wurde mir regelmaessig das Haar beim Friseur oder von meiner Mutter kurzgeschnitten. Lange Haare durfte ich bis dahin nicht haben (ein weiterer Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Eltern). Dann ertrotzte ich mir lange Haare, musste sie allerdings zu allen Mahlzeiten zusammenbinden.
    Mit 12 Jahren hatte ich den ersten richtigen Freund. Obwohl wir auf einer fast gar nicht befahrenen kleinen Landstrasse spazierengingen, sah mich ein ehemaliger Patient meines Vaters und der hatte nichts Eiligeres zu tun, als es meinem Vater zu stecken. Es gab ein Riesentheater mit meinen Eltern, und ich hatte erst 3 Jahre spaeter den naechsten Freund (und das war in der DDR). Waere ich auf ein gemischtes Gymnasium gegangen, haette ich vermutlich leichter einen Freund gefunden.
    Eine harmonische Beziehung zu meinem Vater hatte ich nie, er war hoffnungslos zu streng (er machte mir grosses Theater als ich mit 18 Jahren einen Freund hatte und mich weigerte, mit ihm Schluss zu machen), und ich war in den naturwissenschaftlichen Faechern schlecht, was zu staendigen Reibereien mit meinen Eltern fuehrte.

    Ich wollte nur weg!

    Mit 19 kam mir die Herabsetzung des Volljaehrigkeitsalters von 21 auf 18 zu Hilfe, und ich zog im Oktober 1974 (2 Monate, ehe dieses Gesetz erlassen wurde) aus dem Elternhaus aus.
    Mit meiner Mutter habe ich seit ein paar Jahren ein besseres Verhaeltnis.
    Mein Vater starb 2011.
    Um den Vater beneide ich dich. Ich lag mit meinem in einem ständigen Clinch, besonders als der "Beat-Club" samstags uhrzeitmäßig öfter mit der Sportschau kollidierte. Er liebte bayerische Volksmusik, das Hamburger Hafenkonzert und Operetten. Meine Mutter stand auf Operetten und Opern, nicht Wagner, sondern mehr die heiteren. "Barbier von Sevilla" u.ä. Ein Schlagerchen ab und zu, Gerhard Wendland, Peter Alexander und Arien von Mario Lanza waren ihre Favouriten.
    Von einem Lottogewinn der Eltern fiel für mich ein Tonbandgerät - Marke Telefunken - ab. Wie ich schon schilderte, lieferte mir der BFBS, aber auch Radio Luxemburg meine Musik, die ich nun mit dem Mikro einfing.

    Eine Brieffreundin in Liverpool - unser Englischlehrer hatte uns schreibwillige Schüler aus England vermittelt - schickte mir die ersten Poster von Bands, die vogelwild aussahen. Ich war geflasht; meine Mutter auch, als ich die an die Wand klebte. Ich erfuhr zum ersten Mal von den Rolling Stones, hatte doch gerade erst die Beatles kennengelernt; den Pretty Things (alles andere als pretty), und erhielt ein Riesenposter von Donovan. In Jeans von Kopf bis Fuß, Hose, Jacke und Mütze. Das wollte ich auch. Bekam aber nur die Hose, die mein Vater prompt als Arbeiterhose abtat. Eine erste LP von eben jenem Donovan What’s Bin Did and What’s Bin Hid erwarb ich 1965. Mit "Josie" konnte sogar meine Mutter leben.

    Ganz schlimm wurde die Konfrontation mit dem Vater, als ich nicht mehr zum Frisör wollte. Einmal brachte er mich persönlich dorthin. Ich empfand das als demütigend. Heute sehe ich das gelassener, weiß, wie enttäuscht er über meine Schulleistungen war, wie sehr seine Geschwister ihn wegen meines Outfits und frühen Mädchenbekanntschaften drangsalierten, und wie sehr er den fehlenden Zugang zu seinem Sohn vermisst hat. Er war in seinem Leben stets strebsam, sparsam und pflichtbewußt, korrekt und liebevoll zu meiner Mutter. Erst in seinen letzten Lebensjahren - er starb mit 71 Jahren - entwickelte sich eine harmonischere Beziehung zwischen uns.

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    Dienstag, 23. März 2021, 12:28

    Ich nahm immer per Tonband vom Deutschlandfunk auf. Und sonntags BFBS (Top Twenty).

    Ich hasste es, wenn die DJ's in die Enden der Songs reinquatschten anstatt den kompletten Song zu spielen, und erst dann zu reden.
    Hallo Herbert,
    herzlich willkommen.
    Musiksendungen wie Beat Club und Vaters Sportsendungen unter einen Hut zu bekommen war unser aller Problem.
    Gut wenn man einen Freund hatte, deren Vater um diese Uhrzeit nicht zu Hause war.
    Kann mich noch erinnern, wie wir seiner Mutter erzählen, das die Rolling Stones kommen würden und sie meinte " nur immer rein ins Wohnzimmer".???
    Und das aufnehmen auf Tonband mit Mikro der Schlagerbörse am Donnerstag um 18 Uhr mit Hanns Verres.
    Der Wellensittich wurde sicherheitshalber abgedeckt um jegliche Geräusche zu vermeiden.
    Wenn Hanns Verres bei der Aufnahme mal nicht reinquatschte, war es meine Mutter die zum Essen rief.

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    Donnerstag, 25. März 2021, 10:43

    Besondere Titel und Momente

    Mit bestimmten Titel der 60er und 70er verbinde ich bestimmte Geschehnisse. Höre ich einen solchen, fällt mir gleich eine Geschichte dazu ein. " I should have known better" ( Beatles), auf dem Autoscooter einer kleinen Kirmes in unserem Vorort. Mit einem reizenden Mädchen - ihren besonderen Duft werde ich nie vergessen - im Scooter, Knie an Knie, bei Zusammenstößen auch mal Händchen gehalten. War eine schöne Zeit mit ihr, bis ihr Vater mich zur Rede stellte, seine Tochter sei viel zu jung usw. Wie sich später herausstellte, war der auch noch ein Arbeitskollege meines Vaters.
    "When the music is over" (Doors), ich war da schon 17 oder 18, hänge vor dem Musikschrank der Eltern ab, und drehe auf, umso mehr, als Jim Morrison sein "Yeah" schmettert. Wurde aber übertönt vom Aufschrei meiner Mutter.
    "Nights in white satin" (Moody Blues), Tanz mit meiner ersten Frau in einer Regensburger Disco.
    "Whole lotta love" (Led Zeppelin), durfte ich in Roding/Oberpfalz an einem Nachmittag in einem Tanzcafe auflegen, auf Bitten der Inhaberin "nicht zu laut, bitte schön".
    "Gimme shelter" auf der LP Let it bleed (Stones), mit tragbarem Plattenspieler in einem Park in Regensburg, im Nu umgeben von begeisterten Zuhörern und Schmauchpfeifchen.
    "Bridge over troubled water" (Simon + Garfunkel), mit zwei Freunden in einer Ente in München. An einer Kreuzung knallte uns ein Käfer rein mit zwei Studentinnen. Da alles noch fahrtauglich war, begleiteten wir sie ins Studentenheim. Bei genanntem Titel war der Blechschaden schnell vergessen.
    "Atom heart mother, Fat old sun" (Pink Floyd), das war in Köln im Studentenviertel. Spät abends nach gemeinsamem Spaghetti-Essen und Erdbeerbowle mit Zusätzen musste ich Babsis Bude für einen Toilettengang kurz verlassen. Das Klo in dem Altbau befand sich ein Stockwerk tiefer im Treppenhaus. Als ich wieder nach oben wollte, erfasste mich die fette alte Sonne und ich schwebte irgendwie die Stufen rauf.

    Meine Güte, könnte ich hier ins Träumen kommen. Deshalb erst mal Stopp!

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    Donnerstag, 25. März 2021, 18:23

    RE: Besondere Titel und Momente

    Vielen Dank fuer die schoenen Musikerinnerungen, Herbert.
    Hier sind meine.
    "Nights in White Satin" und "A Whiter Shade of Pale" hoerte ich Mitte/Ende der 60er Jahre in der DDR, da versammelten sich jeden Abend die Jugendlichen unter der Loewen-Apotheke meines Grossvaters (wir wohnten bei DDR Besuchen jeden Sommer ein oder zwei Wochen lang in seinem Haus ueber der Apotheke), und ich hatte das Fenster weit offen und sah runter. Wenn sie mich entdeckten, riefen sie mir zu, ich solle runterkommen. ;)
    Als "Easy Rider" in die Braunschweiger Kinos kam (das muss ca. 1970 gewesen sein) nahm mich mein Vater mit ins Kino, und "Born to be wild" war fuer mich der Hit des Sommers schlechthin.

    Meine zweite grosse Liebe mit 15 spielte sich ebenfalls in der DDR ab, wir fuhren mit Uwe's Moped zu einem Badesee, schmusten und hielten stundenlang Haendchen, und von ferne hoerten wir "Hey Tonight" von CCR, das ich seitdem in Gedanken immer mit diesem bezaubernden Nachmittag am See verbinde.
    "Seasons in the Sun" (den Namen des Saengers habe ich vergessen) erinnert mich an einen Streit, den ich ca. 1975 oder 1976 mit meinem damaligen Verlobten hatte. Als ich wieder nach Hause kam, spielte er oben in unserem Zimmer die Schallplatte.
    "Child in Time" von Deep Purple und "Je t'aime...moi non plus" von Serge Gainsbourg & Jane Birkin lief auf einigen Schuelerfeten, zu denen ich ging.
    Ansonsten hoerte ich mir damals viel franzoesische Popmusik an, selbst heute noch im Auto, wenn ich allein unterwegs bin, um zu fotografieren. Dann lege ich mir eine CD von Michel Polnareff (erinnert sich noch jemand an den?), Françoise Hardy oder Sylvie Vartan ins Auto. Oder Salvatore Adamo (Inch Allah).
    Die Beatles und Stones erinnern mich immer an eine der schoensten Zeiten meiner fruehen Jugend, da war ich 10 und 11 Jahre alt, meine Eltern hatten noch nicht das fuerchterlich kleine Reihenhaeuschen am Stadtrand gekauft, wir wohnten mit zwei anderen Parteien zur Miete in einer alten Villa am Prinzenpark in Braunschweig, und mein Schulweg war (noch) nicht weit. Ich hatte viele Freunde und freundinnen, die gleich um die Ecke wohnten. All das brach leider ab, als wir an den Stadtrand auf die gruene Wiese zogen, wo es nur Kleinkinder gab.

    "Song for a Winter's Night" von Gordon Lightfoot's wunderbarer LP "Gord's Gold" erinnert mich an den Herbst und Winter 1979, als ich in einer Maedchen WG mit einigen Studentinnen in Braunschweig lebte.
    Mit bestimmten Titel der 60er und 70er verbinde ich bestimmte Geschehnisse. Höre ich einen solchen, fällt mir gleich eine Geschichte dazu ein. " I should have known better" ( Beatles), auf dem Autoscooter einer kleinen Kirmes in unserem Vorort. Mit einem reizenden Mädchen - ihren besonderen Duft werde ich nie vergessen - im Scooter, Knie an Knie, bei Zusammenstößen auch mal Händchen gehalten. War eine schöne Zeit mit ihr, bis ihr Vater mich zur Rede stellte, seine Tochter sei viel zu jung usw. Wie sich später herausstellte, war der auch noch ein Arbeitskollege meines Vaters.
    "When the music is over" (Doors), ich war da schon 17 oder 18, hänge vor dem Musikschrank der Eltern ab, und drehe auf, umso mehr, als Jim Morrison sein "Yeah" schmettert. Wurde aber übertönt vom Aufschrei meiner Mutter.
    "Nights in white satin" (Moody Blues), Tanz mit meiner ersten Frau in einer Regensburger Disco.
    "Whole lotta love" (Led Zeppelin), durfte ich in Roding/Oberpfalz an einem Nachmittag in einem Tanzcafe auflegen, auf Bitten der Inhaberin "nicht zu laut, bitte schön".
    "Gimme shelter" auf der LP Let it bleed (Stones), mit tragbarem Plattenspieler in einem Park in Regensburg, im Nu umgeben von begeisterten Zuhörern und Schmauchpfeifchen.
    "Bridge over troubled water" (Simon + Garfunkel), mit zwei Freunden in einer Ente in München. An einer Kreuzung knallte uns ein Käfer rein mit zwei Studentinnen. Da alles noch fahrtauglich war, begleiteten wir sie ins Studentenheim. Bei genanntem Titel war der Blechschaden schnell vergessen.
    "Atom heart mother, Fat old sun" (Pink Floyd), das war in Köln im Studentenviertel. Spät abends nach gemeinsamem Spaghetti-Essen und Erdbeerbowle mit Zusätzen musste ich Babsis Bude für einen Toilettengang kurz verlassen. Das Klo in dem Altbau befand sich ein Stockwerk tiefer im Treppenhaus. Als ich wieder nach oben wollte, erfasste mich die fette alte Sonne und ich schwebte irgendwie die Stufen rauf.

    Meine Güte, könnte ich hier ins Träumen kommen. Deshalb erst mal Stopp!

    10

    Donnerstag, 25. März 2021, 19:22

    RE: Besondere Titel und Momente

    Mit bestimmten Titel der 60er und 70er verbinde ich bestimmte Geschehnisse. Höre ich einen solchen, fällt mir gleich eine Geschichte dazu ein.


    Die Geschehnisse mögen unterschiedlich gewesen sein, die Songs waren die gleichen. Statt "Fat Old Sun" war es bei mir aber der Titel "Summer 68" von der gleichen LP. Unvergessen die CCR Hits wie "Bad Moon Rising" oder "Up around the Band" uva. Während wir mit Freunden eher Bands wieJimi Hendrix Experience, Pink Floyd, Led Zeppelin, Deep Purple oder die Rolling Stones anhörten, waren bei Anwesenheit von Mädchen eher "Kuschelsongs" wie Lamplight, Run To Me oder Massachusetts von den Bee Gees oder Titel wie "Nights in White Satin", "Guitar Man", "Crimson and Clover" oder "Heart of Gold" angesagt, obwohl viele der Mädchen auch echte Hardrock-Fans waren.

    Auf diesen Webseiten (neben dem Forum) findet man unter "Musik" viele der Titel aus den 60ern vom Schlager, über Pop zum Rock. Leider musste ich aufgrund der drastisch erhöhten GEMA-Gebühren, die Funktion zum Abspielen der Musik entfernen. Schade, denn es waren ausschließlich Aufnahmen der Originalschallplatten, einschließlich Rauschen, Knistern und Knacksen. Wenn ich heute die alten Platten höre, dann ist es jedesmal eine Zeitreise und ich stehe mittendrin in den Geschehnissen von damals, als hätten sie sich in die Rillen der Schallplatten eingebrannt. Einer der Gründe, warum ich mich von meiner Plattensammlung nicht trennen kann.

    11

    Freitag, 26. März 2021, 11:25

    Musik bleibt wichtig

    Auch wenn ich meine LPs nur noch selten auflege, eine Trennung gibt`s bei mir ebenfalls nicht. Alle Tonträger danach, Kassetten und CDs, gebe ich gern her, aber nicht die Scheiben, die ich schon mit jugendlichen Fingern vorsichtig aus den Hüllen zog. Heute höre ich meistens USB-sticks mit Aufnahmen von youtube. Einmal habe ich probiert, Kassetten ins Digitale zu konvertieren. Das Ergebnis war schrecklich.
    Es geht ja an dieser Stelle hauptsächlich um die Musik der 60er und 70er. Übrigens ist hierzu die Zeitschrift "Good Times" recht informativ. Es ist aber nicht immer schön, die Helden von früher mit aktuellem Aussehen zu entdecken.

    Musik ist mir bis heute ein wichtiges Medium. Nie war ich nur rückwärts gewandt, wollte nie reiner Oldiefan sein. Es gibt heute soviele verschiedene Musikströmungen, da entdeckt man immer wieder etwas neu Begeisterndes. Ich mag Sting und die Pogues, Nick Cave und Alex Ebert, Mumford & Sons, Avett Brothers, Beth Hart und Hubert von Goisern und , und, .....
    Es dauert etwas länger als früher, aber alle paar Tage finde ich etwas Konservierenswertes und banne es auf den stick.

    12

    Samstag, 27. März 2021, 08:49

    Michel Polnareff (erinnert sich noch jemand an den?

    Ja, war ein sehr begabter Musiker.
    Ein Star in Frankreich der 60er Jahre

    Habe noch diese beiden Singles von ihm.
    La poupée qui fait non : https://youtu.be/SXchsvxBfeg

    Love me please love me: https://youtu.be/2imOnzo_zCs


    Bei mir waren die ersten Singles;
    Chris Andrews - Yesterday Man [1965] https://youtu.be/W6N3o4TDYsI

    Chris Andrews To Whom It Concerns https://youtu.be/ZFNJVPJx4PE

    Manfred Mann - Pretty Flamingo https://youtu.be/28_gnIoXAnA

    Manfred Mann -There's No Living Without Your Loving https://youtu.be/H_JyGrKLAOs

    Chris Farlowe Out Of Time - https://youtu.be/bpDjbul0WyE

    The Byrds Mr Tambourine Man https://youtu.be/sKopmOTilLQ

    The Byrds - Turn! Turn! Turn https://youtu.be/W4ga_M5Zdn4





    Habe noch ca. 200 Singles aus den 60er.

    13

    Donnerstag, 8. April 2021, 17:57

    Da ich schon lange keinen Plattenspieler mehr besitze, wird dies eine meiner ersten Anschaffungen nach dem Umzug. Ich freue mich schon aufs sanfte Knistern.
    Michel Polnareff und Francoise Hardy drückte ich während einer Tramptour durch Frankreich in der Musikbox eines Cafes in Lyon. Von Hardy habe ich sogar noch eine meiner ersten LPs . 1963 erschien diese einfach nur mit ihrem Namen drauf. Die Stimme hat´s mir heute noch angetan.
    Da wir gerade bei den Franzosen sind, wer kennt noch Georges Moustaki ? Zwar in Ägypten geboren verbrachte er den größten Teil seines Lebens in Frankreich. Er schrieb den Text zu Edith Piafs "Mylord" und gelangte später, besonders durch "le meteque", selbst zur Berühmtheit.

    14

    Donnerstag, 8. April 2021, 18:26

    Seit 1974 bin ich auch Gordon Lightfoot und Georges Moustaki Fan, ich mag vor allem "Ma liberté", "Ma solitude" und "Joseph".
    Da ich schon lange keinen Plattenspieler mehr besitze, wird dies eine meiner ersten Anschaffungen nach dem Umzug. Ich freue mich schon aufs sanfte Knistern.
    Michel Polnareff und Francoise Hardy drückte ich während einer Tramptour durch Frankreich in der Musikbox eines Cafes in Lyon. Von Hardy habe ich sogar noch eine meiner ersten LPs . 1963 erschien diese einfach nur mit ihrem Namen drauf. Die Stimme hat´s mir heute noch angetan.
    Da wir gerade bei den Franzosen sind, wer kennt noch Georges Moustaki ? Zwar in Ägypten geboren verbrachte er den größten Teil seines Lebens in Frankreich. Er schrieb den Text zu Edith Piafs "Mylord" und gelangte später, besonders durch "le meteque", selbst zur Berühmtheit.