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    Freitag, 5. April 2019, 10:40

    Chrissie's Bilder aus der Neuen Welt :) Teil 1 d

    Dass fuer mich die Auswanderung zumindest in zweierlei Hinsicht einen positiven Ausgang hatte, das hatte ich schon erwaehnt.
    Ich fand nach Jahren des aktiven Suchens endlich meinen Traummann hier in Massachusetts (musste mir also doch keinen Mann selbst backen wie von etlichen deutschen Kolleginnen und Freundinnen vorgeschlagen wurde :D ), und ich hatte endlich Zugang zu all den alten Filmen aus den 40er und 50er Jahren, die es in sehr eingeschraenktem Maasse in den fruehen 70er Jahren samstags nach der Disco im Spaetprogramm der ARD nach "Das Wort zum Sonntag" gab.
    Bei Zweitausendeins an der Grindelallee in Hamburg hatte ich mir ca. Anfang der 90er Jahre 7 Bildbaende ueber die grossen movie production companies zugelegt, also Warner Brothers (my favorite), 20th Century Fox, RKO, Columbia, MGM usw.
    Und als ich darin die Filme aus den 40er und 50er Jahren durchblaetterte, da packte mich der blanke Neid, was uns Deutschen so alles vorenthalten wurde! :cursing:

    Daraufhin machte ich mir eine film noir Wunschliste mit etwa 300 Titeln.
    2002 wanderte ich aus, und zunaechst tat sich nicht viel in punkto alte Filme finden, denn ich lebte fuer 3,5 Jahre in der Wildnis von Maine auf einem Huegel mitten im Wald in einer ehemaligen dairy farm mit grosser Scheune. Mein zweiter Ex-Mann war extrem geizig, obwohl er gut verdiente, und unser Kabelsenderpaket hielt sich sehr in Grenzen.
    Das einzige TV Highlight in den Jahren 2002 bis Ende 2005 im US Fernsehen war fuer mich eine Serie ueber die Ermordung Kennedy's auf dem History Channel. Da liefen im November 2003 zum 40. Todestag von JFK 9 Teile einer urspruenglich zehnteiligen Serie mit dem Titel "The Men who killed Kennedy".

    Teil 10 musste vom Regisseur zurueckgezogen werden, da bestimmte einflussreiche Leute in den USA auf keinen Fall zulassen wollten, dass in Teil 10 verraten wird, wer JKF ermordet hatte (Lee Harvey Oswald war es jedenfalls nicht).
    Diese 9 Teile nahm ich mir auf, und da ich damals eh gerade alle 700 VHS Kassetten aus Germany mittels eines Samsung Konverters vom europaeischen PAL System auf's amerikanische NTSC System umwandelte und mir auf DVD's brannte, konnte ich bei der History Channel Serie gleich alle Werbungen rausschneiden, und das waren nicht wenige.
    Vom deutschen Fernsehen war ich in einer Hinsicht verwoehnt: es gab nur ca. alle halbe Stunde eine 6 bis 7 minuetige Werbung, bei der man in Ruhe auf's Klo gehen, sich Getraenke holen etc konnte.
    In den USA gibt es alle 11 bis 12 Minuten eine dermassen kurze Werbung, dass man noch nicht mal pinkeln gehen kann. Richtig gemein. Viel zu oft Werbung, aber viel zu kurz! :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
    Ab 2007 hatten wir dann Zugang zum Sender TCM, wo ich an die 200 Wunschfilme von meiner Wunschliste im Laufe der ersten 2 oder 3 Jahre fand und mir aufnahm (nicht alles gibt es auf Kauf DVD's). Den Rest fand ich bei www.ioffer.com und amazon.com, hin und wieder auch bei eBay.
    Etwa 16 von Anfangs 300 Filmen konnte ich nie auftreiben (und die Liste ist mir vor ca. 2 Jahren leider abhanden gekommen).
    Also in privater wie auch in filmischer Hinsicht war die Auswanderung fuer mich like being a kid in a candy store. Fuer Cineasten ist es ein Paradies!
    Und in einer weiteren Hinsicht hat sich meine Auswanderung auch sehr gelohnt!
    Ich bin eine ausgesprochene Leseratte und zog schon von Kindheit an englische und amerikanische Autoren den deutschen Schriftstellern vor.

    Noch in den 90er Jahren konnte ich den bedenklichen Trend der deutschen Verlage beobachten, die immer weniger Romane aus dem Englischen ins Deutsche uebersetzten, stattdessen zu meinem Leidwesen immer mehr deutsche Autoren veroeffentlichten.
    Besonders frustrierend fand ich es, wenn nur Teile von Buch-Serien ins Deutsche uebersetzt wurden, beispielsweise "Das blaue Fahrrad" von Régine Desforges, die Nachfolgebaende kamen nicht auf Deutsch heraus.
    Oder "Die Schulfreundinnen" (Class Reunion) von Rona Jaffe, die Fortsetzung "After The Reunion" wurde nie ins Deutsche uebersetzt, obwohl Jahre spaeter ploetzlich ganz unvermutet "Der Weg der Rose" von Jaffe auf Deutsch erschien.
    Das Buch "After The Reunion" musste ich mir ueber eine Hamburger Buchhandlung bestellen und las es dann im Sommer 1991 mit Hilfe eines Woerterbuchs.

    Eine meiner Lieblingsautorinnen ist Anne LaBastille, deren Woodswoman Tetralogie sich hier in den USA nach wie vor grosser Beliebtheit erfreut, ein Dauer-Bestseller. Das Schweizer Verlagshaus brachte ihren ersten und zweiten autobiographischen Band ueber ihr Wildnisleben in den Adirondacks in den 80er Jahren auf Deutsch heraus, aber den 3. und 4. Band liessen sie unuebersetzt.
    https://www.amazon.de/Frau-Wildnis-Anne-…ps%2C240&sr=1-4
    https://www.amazon.de/Die-Waldfrau-Leben…Anne+LaBastille
    Hier sieht man den Unterschied (siehe "Werke"):
    https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_LaBastille
    https://en.wikipedia.org/wiki/Anne_LaBastille

    "Die Zwillingsschwestern" (US Titel "Deceptions") mit Stefanie Powers, Bruce Bostwick und Gina Lollobrigida basiert auf einem Roman von Judith Michael, von dem etwa 70 Seiten weniger ins Deutsche uebersetzt wurden als im Original (ich besitze die dt. und die US Ausgabe). Obwohl Judith Michael auch in Germany erfolgreich war, liess man die Fortsetzung von "Deceptions" mit dem Titel "A Tangled Web" unuebersetzt. Ich fand sie ehrlich gesagt noch besser als den ersten Band.
    Ganz extrem machte es der deutsche Verlag von Nelson DeMille: "In den Waeldern von Borodino" ist die deutsche fragmentarische Uebersetzung von "Charm School", einem 533 Seiten starken Waelzer, wo man im Deutschen ueber 150 Seiten weggelassen hat. Ich verglich Kapitel fuer Kapitel, als ich beide Buecher parallel las, und schrieb eine lange Rezension darueber in amazon.de. Solche Verlage sollten sich schaemen, nicht in der Lage zu sein, ein englischsprachiges Werk wortgetreu ins Deutsche zu uebersetzen, sondern sich Freiheiten wie Textkuerzungen herauszunehmen, die der Roman-Uebersetzung schaden.

    1994 machte ich im Oktober eine Reise durch Ost-Kanada, damals existierte noch The World's Biggest Bookstore in Toronto, der mittlerweile auch Barnes & Noble zum Opfer gefallen ist. Da ich fast jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse fuhr, wusste ich, welche tollen Buecher uns Deutschen entgingen, und hatte sowohl 1988 auf der 1. USA Reise als auch 1994 auf der Kanada Reise eine Buecherliste mit dabei, um mir die Buecher vor Ort zu kaufen anstatt in Hamburg 6 bis 8 Wochen auf die Buchlieferung aus den USA zu warten (und dann das Dreifache fuer das Buch zu bezahlen wegen der Lieferkosten).
    Buecher sind zum Glueck zollfrei, und man darf sich soviele Buecher aus den USA mit nach Germany bringen, wie man schleppen kann (und das waren bei mir jedesmal 25 gebundene Buecher, teilweise Bildbandformat, da ich Filmbuecher sammelte).
    Ich brachte mir 1994 u. a. "The Kennedy Women" von Laurence Leamer mit, weil Kennedy Buecher meist nicht ins Deutsche uebersetzt werden.
    Man kann sich meine Ueberraschung vorstellen, als ich Anfang November wieder in Deutschland war, und von einer Freundin hoerte, dass das Laurence Leamer Buch von Bertelsmann ins Deutsche uebersetzt wird (ich meine mich zu erinnern, dass die zweite Frau von Willy Brandt eine der Uebersetzerinnen war).
    Ich bekam die deutsche Ausgabe zu Weihnachten 1994 geschenkt, und konnte so Kapitel fuer Kapitel vergleichen. Man hatte den Familienstammbaum im Deutschen um zig Seiten gekuerzt, aber den Text sonst korrekt uebersetzt.
    Allerdings brachte der deutsche Bertelsmann Verlag nur 30 der insgesamt 70 Fotos der US Originalausgabe heraus, insofern war ich froh, auch die US Ausgabe zu besitzen.
    Was ich an der dt. version bloed fand: die altbekannten Kennedy Fotos hatte man aus der US Ausgabe uebernommen, die "neuen" Fotos von im Text oft erwaehnten Freunden oder Cousinen in der dt. Ausgabe weggelassen. Dabei waeren gerade diese "neuen" Fotos, die man noch nie zuvor in anderen Kennedy Buechern veroeffentlicht hatte, von groesserem Interesse gewesen als die same old same old Fotos, die man hinlaenglich aus Dutzenden von bereits ins Deutsche uebersetzten Kennedy Buechern kannte. :cursing:

    Mittlerweile hat der Trend in Germany solche Auswuechse angenommen, dass selbst die erfolgreichen Inspektor Banks Krimis von Peter Robinson seit 3 oder 4 Jahren nicht mehr ins Deutsche uebersetzt werden, Barbara Erskine und Carlene Thompson werden nicht mehr uebersetzt, meine Freundin Nancy Thayer schon seit dem Jahr 2000 nicht mehr, Nelson DeMille's letzte 4 Buecher wurden auch nicht mehr vom deutschen Verlag angeruehrt. Hier in den USA sind all diese Autoren unvermindert erfolgreich, aber Deutschland isoliert sich immer mehr von den angelsaechsischen Autoren. WARUM??? :?: :?: :?:

    Einzig der Heyne Verlag uebersetzt noch Mary Higgins Clark.

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    Freitag, 5. April 2019, 16:56

    The men who killed Kennedy

    Jetzt wird´s spannend. Hat sich denn herumgesprochen, wen der Regisseur in Folge 10 als Mörder Kennedy´s benennen wollte ? Oft wird ja vermutet, daß Kennedy dem wirtschaftlich- militärischen Komplex im Wege stand, den schon Eisenhower am Ende seiner Amtszeit anprangerte.
    Der mangelnde Mut deutscher Verlage zur Herausgabe angloamerikanischer Autoren dürfte auch mit den tendenziell kleineren Auflagen und den entsprechend höheren Kosten für qualitativ gute Übersetzungen zu tun haben. Verleger haben heute kein leichtes Spiel. Der Markt ist geradezu überschwemmt mit Belletristik, und daraus die potentiellen Bestsellerautoren herauszufiltern, ist enorm schwierig.
    Hinzu kommt die oft vorhandene Leseunlust der jüngeren Generation. Meine beiden Töchter bilden da eher eine Ausnahme. Vielleicht liegt´s auch am elterlichen Vorbild, da beide relativ viel lesen.
    Homer Simpson hat es in den 90ern einmal so formuliert: "Das Fernsehen bietet Dir sooo viel und verlangt von Dir sooo wenig !". Dazu kamen in den letzten zwanzig Jahren noch Smartphone und Internet.

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    Sonntag, 8. März 2020, 18:29

    RE: The men who killed Kennedy

    Nein, Uwe, leider konnte ich nie im Internet in Erfahrung bringen, wer der wirkliche Attentaeter in Teil 10 war. Der Regisseur hatte vermutlich Angst um sein Leben, da ja erstaunlich viele Zeugen der Dealey Plaza Vorkommnisse des 22.11.63 unter mysterioesen Umstaenden ums Leben kamen, teils sogar schon VOR ihrer Befragung durch die Warren Kommission bzw die Kommission ignorierte einfach ihre Zeugenaussagen, was in meinen Augen dafuer spricht, dass auch die Regierung in die Ermordung JFK's verstrickt war.

    Aber ich habe mir die ersten 9 Teile gerade nochmal ueber die Fernleihe vorbestellt, da ich meine alten Aufnahmen von 2003 nicht wiederfinden konnte.
    Eins steht fuer mich fest: der toedliche Schuss wurde weder aus dem 6. Stock des School Book Depository noch vom Grassy Knoll abgegeben.
    Ein Autor namens Groden hat in seinem Buch "The Killing of a President" bewiesen, dass der toedliche Schuss von unterhalb der Limousine und zwar eindeutig von vorn auf JFK abgegeben wurde, denn nur so ist zu erklaeren, dass seine Schaedeldecke von ihm weg fliegt.
    In einem der 9 Teile von "The Men who killed Kennedy" wurde dann sehr ueberzeugend dargelegt, dass der toedliche Schuss von einer Gulli-Oeffnung UNTERHALB des Grassy Knoll am Strassenrand kurz vor der Durchfahrt unter der Bruecke abgegeben wurde.
    Der Tunnel zu diesem Gulli kann vom Zaun hinter dem Grassy Knoll bestiegen werden.
    Oswald konnte JFK vom 6. Stock aus bestenfalls von hinten treffen, aber nie und nimmer von schraeg vorn unten. Trotzdem gibt es in Facebook eine ewig gestrige "Oswald war der Taeter" Verfechtergruppe mit dem Gruppennamen "Fair Play for JFK". Von Zeit zu Zeit mach ich mir einen Spass daraus, sie darauf hinzuweisen, dass die Schadeldecke niemals HINTER JFK haette wegplatzen koennen, wenn Oswald wirklich JFK vom 6. Stock und hinterruecks erschossen haette.
    Kann ja sein, dass Oswald auch geschossen hat, aber er war nicht der einzige Attentaeter (und damit handelt es sich um eine Verschwoerung).

    Ich vermute, der Lesegeschmack der Deutschen hat sich seit 2000 sehr veraendert, denn sonst wuerden die Bestseller von Nelson DeMille, Barbara Erskine, Peter Robinson etc sicher noch auf Deutsch erscheinen.
    Ja, in Buch Journal sehe ich Jahr fuer Jahr, dass es reichlich Belletristik in Deutschland gibt, aber leider von Autoren, die mich absolut nicht reizen und halt ueber Themen, die mich kalt lassen.
    Stimmt, das Internet stiehlt mir viel Lesezeit. ;( ;( ;(
    Jetzt wird´s spannend. Hat sich denn herumgesprochen, wen der Regisseur in Folge 10 als Mörder Kennedy´s benennen wollte ? Oft wird ja vermutet, daß Kennedy dem wirtschaftlich- militärischen Komplex im Wege stand, den schon Eisenhower am Ende seiner Amtszeit anprangerte.
    Der mangelnde Mut deutscher Verlage zur Herausgabe angloamerikanischer Autoren dürfte auch mit den tendenziell kleineren Auflagen und den entsprechend höheren Kosten für qualitativ gute Übersetzungen zu tun haben. Verleger haben heute kein leichtes Spiel. Der Markt ist geradezu überschwemmt mit Belletristik, und daraus die potentiellen Bestsellerautoren herauszufiltern, ist enorm schwierig.
    Hinzu kommt die oft vorhandene Leseunlust der jüngeren Generation. Meine beiden Töchter bilden da eher eine Ausnahme. Vielleicht liegt´s auch am elterlichen Vorbild, da beide relativ viel lesen.
    Homer Simpson hat es in den 90ern einmal so formuliert: "Das Fernsehen bietet Dir sooo viel und verlangt von Dir sooo wenig !". Dazu kamen in den letzten zwanzig Jahren noch Smartphone und Internet.

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    Sonntag, 14. März 2021, 19:45

    Lesen und Binge Watching

    @Chrissie777: Zum Leseverhalten der Deutschen im Allgemeinen kann ich nicht viel sagen. Zu sehr fällt mein Leseinteresse aus dem Rahmen. Neben besonderen Sachbüchern aus dem Bereich Geschichte, Popmusik und Biographien - zuletzt übrigens "Diese Wahrheiten" von Jill Lepore - lese ich kreuz und quer. Je nach Stimmung ziehe ich mir Heile Welt Kinder- und Jugendgeschichten rein, heitere Bücher z.b. Rita Falks Eberhofer-Romane oder Kalpensteins Herbert-Bücher.
    Seltener greife ich zu Krimis. Ich mag die Parker-Bücher von Richard Stark; kürzlich erst lasen wir - meine Frau liest ebenfalls sehr gern - von Robert McCammon die Matthew Corbett Romane, die um 1700 im aufstrebenden New York spielen.
    Dazwischen immer mal wieder Comic-Alben aus dem frankobelgischen Raum. Neben den Klassikern wie Tim und Struppi, Isnogud, Storm, Thorgal, Blueberry und v.a. gibt es immer wieder neue Perlen zu entdecken. Zu nennen sind hier "Der große Indienschwindel" und "Mit Mantel und Degen", auch "Die alten Knacker" und "Wundervolle Sommer".Wichtig ist mir neben einem ansprechenden Zeichenstil eine fesselnde Geschichte.
    Vereint sich beides in harmonischer Symbiose sind das Betrachten wie das
    Lesen ein Hochgenuß.
    Meine Bücherregale, die ich demnächst nach einem Umzug erweitern und neu sortieren darf, sind mir eigentlich das Teuerste in der Wohnung und meinem Leben.
    Aber immer dichter folgt danach das zeitintensive Serienschauen oder Binge Watching. Netflix und amazon prime liefern den Stoff, seien es "Game of Thrones, Walking Dead oder Breaking Bad. Haus des Geldes, The Witcher oder Sons of Anarchy, immer wieder bannt einen ein mehrstündiger Trip in eine intensive Story.
    Dazu jetzt noch die Mediatheken mit reichhaltigem Repertoire, die Bücher haben hart um ihren Spitzenplatz zu kämpfen.

    Apropos, freust du dich auch so sehr auf die Wiedereröffnung von Kinos? Ich glaube, wenn es so weit ist, werden wir jede Woche mal reingehen. Der letzte Kinofilm war Tennet im letzten Jahr, als es eine kurze Zeit der Lockerung gab.

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    Dienstag, 16. März 2021, 16:32

    RE: Lesen und Binge Watching

    Herbert, da muessen wir beide und Einwennho zu den Ausnahmen gehoeren.
    Mein Leseinteresse fiel schon in den 80er Jahren aus dem ueblichen deutschen Rahmen, aber immerhin uebersetzten die deutschen Verlage bis 2000 noch viele meiner Lieblingsautoren ins Deutsche (und eine Autorin sogar bis heute, leider starb sie vor 14 Monaten - Mary Higgins Clark).

    Aber in Ermangelung vieler Uebersetzungen vom Englischen ins Deutsche, die mich seit den 80er Jahren interessiert haetten (und ueber die ich jedes Jahr im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse herausfand), bestellte ich mir im pre-Internet age immer oefter US Romane ueber meine Hamburger Buchhandlung, was immens teuer war, aber wenigstens konnte ich es dann auf Englisch lesen, den sturen deutschen Verlagen zum Trotz, die das Buch partout nicht ins Deutsche uebersetzen liessen.
    Auf diese Art und Weise verbesserte sich mein Englisch von Jahr zu Jahr. Als ich vor 19 Jahren in die USA auswanderte, las ich bereits mehr Literatur auf Englisch als auf Deutsch. Das half mir auch beruflich.

    Damals interessierten mich vor allem Filmbuecher (die nur zu einem kleinen Prozentsatz ins Deutsche uebersetzt wurden), Buecher ueber die Kennedys, und Buecher ueber amerikanische und kanadische Geschichte, darueber gab es ebenfalls nur ganz wenig auf dem deutschen Buchmarkt.
    Mittlerweile lese ich ueberwiegend Krimis, (Auto)biographien, viel WW II Sachbuecher, und zwischendurch auch spannende alte deutsche Kinder- und Jugendbuecher aus den 50er und 60er Jahren, die ich in den 60er Jahren las und in den letzten 22 Jahren gebraucht in amazon.de finden konnte.

    In den 70er und 80er Jahren fand ich sie auf etlichen Flohmaerkten in Germany. Vor allem auf dem woechentlichen Flohmarkt am Beginenturm in Hannover, wo ich zwischen 1979 und 1996 sehr oft war, wenn mein erster Ex-Mann und ich seine Eltern in Misburg besuchten.
    Zum Zeitpunkt meiner Auswanderung besass ich 3.000 Buecher, trennte mich schweren Herzens von 1.500 Buechern, und habe mittlerweile wieder ueber 1.800 Buecher (zum Glueck hat unser Haus in Worcester viel Platz fuer Buecherregale).
    Mit e-book/Kindle kann man mich jagen. Wenigstens wenn ich lese will ich nicht auch noch Elektronik um mich herum haben. Ich bin altmodisch, mag ein richtiges Buch in den Haenden halten.
    Und wenn es ein 1.100 Seiten schwerer Waelzer ist, dann lege ich mir halt ein dickes Kissen auf den Schoss und das Buch darauf.
    Die drei lustigsten Buecher, die ich las, waren zwei autobiographische Romane von Dieter Zimmer ("Fuer'n Groschen Brause" und "Alles in Butter") und ein satirisches Buch von Hans Traxler mit dem Titel "Die Wahrheit ueber Haensel und Gretel", ueber das ich heute noch beim Wiederlesen Traenen lachen muss.

    https://www.amazon.de/-/en/Wahrheit-%C3%…ws&pageNumber=2
    Buecher sind fuer mich wie gute Freunde, ich trenne mich nur dann von einem Buch, wenn ich es enttaeuschend fand und definitiv weiss, dass ich es nicht nochmal lesen werde. Ich bin "Wiederholungstaeterin" und lese manche Buecher, an denen ich besonders haenge (wie beispielsweise "Heimlich im Kalten Krieg" von Christina Heimlich) alle paar Jahre wieder.
    Es vergeht auch kein Jahr, in dem ich nicht einige Buecher von Enid Blyton wiederlese, derzeit die Abenteuer Serie.
    Besonders viel Freude macht es mir, mich in Nostalgie websites mit Gleichgesinnten austauschen zu koennen, die dieselben Buecher lesen.
    Goodreads.com ist so eine website, aber auch die Enid Blyton Society:
    https://www.enidblytonsociety.co.uk/index.php
    Die Krimi Couch und die Buechereule hingegen fand ich eher enttaeuschend.
    Ueber weitere Nostalgie-Buecher websites, die mir noch unbekannt sind, wuerde ich mich freuen.
    In Facebook bin ich Mitglied in den Nelson DeMille, Nancy Thayer, Anne LaBastille, Barbara Erskine, Joy Fielding und Daphne DuMaurier Groups, aber dort wird nur sporadisch gepostet.
    Da sich meine 92jaehrige Mutter im Februar unglaublich ueber den Roman "Liebe Renata" von Else Hueck-Dehio gefreut hat, den sie als junges Maedchen las und sich zum Geburtstag von uns wuenschte, habe ich mich nun endlich dazu aufgerafft, "Indianersommer" von Else Hueck-Dehio zu lesen, das ich als Kind las und als fesselnd in Erinnerung hatte.
    Eiwennho versorgt mich oft mit "neuen" alten spannenden Kinder- und Jugendbuechern. Durch ihn lernte ich Robert Guez' "Goldene Maske" Trilogie kennen (die alte franzoesische TV Serie bestellte ich mir vor 3 oder 4 Jahren bei amazon.fr).

    Dank Eiwennho konnte ich meine "Lassie" Engelbert Fernsehbuecher Sammlung vervollstaendigen (Band 12 hatte ich nur in Form von Fotokopien in einem Aktenordner) und auch meine "Fury" Engelbert Fernsehbuecher Sammlung.

    "Ivanhoe" habe ich mittlerweile auch komplett, und habe begonnen, "Poly" aus dem Franz Schneider Verlag zu sammeln.

    Historische Romane mag ich eher nicht, aber es gibt ein paar Ausnahmen: "Amber" von Kathleen Winsor (gefiel mir wesentlich besser als "Vom Winde verweht"), die Angélique Serie von Anne Golon, und "Im Herzen der Wildnis" von Sara Donati, eine Fortsetzung von Lederstrumpf (finde ich spannender als die Outlander Serie von Diana Gabaldon, aber leider taugen die Donati Fortsetzungen nichts, weil sie ab Band 3 nur noch ueber die Tochter der beiden Protagonisten aus "Im Herzen der Wildnis" schreibt).
    Ich wuerde gern mal ein Buch ueber die Geschichte New York's lesen, ueber Peter Stuyvesant und das 17. Jahrhundert, als noch alles im Aufbau war.
    Und ein sorgfaeltig recherchiertes Buch ueber den Fall Vera Bruehne vermisse ich auch seit vielen Jahren plus eine umfangreiche ins Deutsche uebersetzte Biographie ueber Alain Delon. Beides gibt es leider immer noch nicht.
    A propos zeichnen. Ich bin enttaeuscht, wie haesslich die heutigen Kinderbuecher illustriert sind bzw enttaeuscht von den lieblosen Covern.
    In den 50er und 60er Jahren waren Kinderbuchillustrationen eine wirkliche Kunst. Die Elizabeth Enright Buecher aus dem Boje Verlag hatten unglaublich schoene Illustrationen, auch die Fuenf Freunde Serie (Eileen A. Soper) und Abenteuer Serie (Stuart Tresilian), ehe der dusslige Bertelsmann Verlag Mitte der 70er Jahre aus welchem Grund auch immer beschloss, die klassischen Soper Illustrationen der Fuenf Freunde Serie mit den haesslichen, dafuer modernen Illustrationen von Wolfgang Hennecke zu vertauschen. Eine aesusserst dumme Entscheidung, denn die Fuenf Freunde Buecher waren gerade dank der Soper Illustrationen so atmosphaerisch!
    Hennecke versah die Kinder mit Blue Jeans statt Shorts, und Tim, der Hund, sah nun sehr haesslich aus, waehrend er in den Soper Illustrationen ein bildhuebsches Tier war.

    Auch in den Norman Dale Buechern befinden sich erstklassige Illustrationen. Und in denen von Paul-Jacques Bonzon, dessen Illustrator hiess Paul Durand (Anemone und das fliegende Pony, Das Maedchen von der Insel).

    Heutzutage sehen die Illustrationen bzw Buch Cover aus, als waeren sie von Erstklaesslern gezeichnet worden. Erstaunlich, dass die Verlage dafuer Geld bezahlen, aber es scheint bei der heutigen jungen Lesegeneration gut anzukommen, so haesslich es mir persoenlich auch erscheint.
    Binge watching.
    Das mache ich auch hin und wieder. Aber ehe dieser Text zu lang wird, schreibe ich lieber einen zweiten Teil.
    @Chrissie777: Zum Leseverhalten der Deutschen im Allgemeinen kann ich nicht viel sagen. Zu sehr fällt mein Leseinteresse aus dem Rahmen. Neben besonderen Sachbüchern aus dem Bereich Geschichte, Popmusik und Biographien - zuletzt übrigens "Diese Wahrheiten" von Jill Lepore - lese ich kreuz und quer. Je nach Stimmung ziehe ich mir Heile Welt Kinder- und Jugendgeschichten rein, heitere Bücher z.b. Rita Falks Eberhofer-Romane oder Kalpensteins Herbert-Bücher.
    Seltener greife ich zu Krimis. Ich mag die Parker-Bücher von Richard Stark; kürzlich erst lasen wir - meine Frau liest ebenfalls sehr gern - von Robert McCammon die Matthew Corbett Romane, die um 1700 im aufstrebenden New York spielen.
    Dazwischen immer mal wieder Comic-Alben aus dem frankobelgischen Raum. Neben den Klassikern wie Tim und Struppi, Isnogud, Storm, Thorgal, Blueberry und v.a. gibt es immer wieder neue Perlen zu entdecken. Zu nennen sind hier "Der große Indienschwindel" und "Mit Mantel und Degen", auch "Die alten Knacker" und "Wundervolle Sommer".Wichtig ist mir neben einem ansprechenden Zeichenstil eine fesselnde Geschichte.
    Vereint sich beides in harmonischer Symbiose sind das Betrachten wie das
    Lesen ein Hochgenuß.
    Meine Bücherregale, die ich demnächst nach einem Umzug erweitern und neu sortieren darf, sind mir eigentlich das Teuerste in der Wohnung und meinem Leben.
    Aber immer dichter folgt danach das zeitintensive Serienschauen oder Binge Watching. Netflix und amazon prime liefern den Stoff, seien es "Game of Thrones, Walking Dead oder Breaking Bad. Haus des Geldes, The Witcher oder Sons of Anarchy, immer wieder bannt einen ein mehrstündiger Trip in eine intensive Story.
    Dazu jetzt noch die Mediatheken mit reichhaltigem Repertoire, die Bücher haben hart um ihren Spitzenplatz zu kämpfen.

    Apropos, freust du dich auch so sehr auf die Wiedereröffnung von Kinos? Ich glaube, wenn es so weit ist, werden wir jede Woche mal reingehen. Der letzte Kinofilm war Tennet im letzten Jahr, als es eine kurze Zeit der Lockerung gab.

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    Dienstag, 16. März 2021, 17:10

    Binge Watching

    Binge watching mache ich auch gern, sei es abends mit meinem Mann (wir schauen uns seit Dezember alle 10 seasons von "Blue Bloods" an, sind nun bei der 12. Folge von Staffel 9, an manchen Samstagen sahen wir uns 8 Folgen im Stueck an) oder in meiner Fruehstueckspause oder Mittagspause unter der Woche, wenn ich mir oben im Schlafzimmer auf unserem multi-regionalen DVD Player europaeische DVD's anschaue, die ich mir im deutschen, britischen und franzoesischen amazon bestelle.
    2020 sah ich mir meine 30 Lieblingsfolgen von "The Fugitive" (Auf der Flucht) an, dann alle 9 Jesse Stone Filme mit Tom Selleck und "Regina auf den Stufen" mit Katja Riemann (alle an einem Tag).
    Letzten Monat sah ich mir alle 10 Teile der "Hoehlenkinder" von Peter Podehl an einem Samstag an, als André Golf spielte. Seit Monaten verfolge ich "Peyton Place" (alle 514 Folgen auf 44 DVD's dank ioffer), worueber ich mich wunderbar in der Peyton Place Group in Facebook austauschen kann, und werde mich anschliessend an "Lassie" machen, das derzeit auf FETV laeuft - zu meiner grossen Freude und Ueberraschung sogar mit den alten Jeff Folgen von 1954 - 1958 (Tommy Rettig).
    Mein Mann kannte "Yancy Derringer" noch nicht, das ja 1967 im ZDF mit grossem Erfolg ausgestrahlt wurde, in den USA aber seit Ende der 50er Jahre nie wieder gelaufen ist. Also bestellte ich uns vor 4 oder 5 Jahren "Yancy Derringer" auf Englisch auf DVD, und André kam jeden Abend aus dem Buero nach Hause und wollte sich weitere YD Episoden mit mir ansehen.

    Manche TV Serien sind halt noch nach 60 Jahren grossartig/unterhaltsam (beispielsweise "Abenteuer unter Wasser" mit Lloyd Bridges, "(K)ein Fall fuer FBI" mit Robert Taylor und "Auf der Flucht" mit David Janssen), andere wie "Die Monkees" oder "Die Partridge Familie" finde ich heute nur noch albern.
    "Game of Thrones" liebt mein Mann, mir war es zu brutal, obwohl ich Sean Bean (Die Stunde der Patrioten) durchaus mag. Aber ich schaute mir eine Folge mit den weissen Schaeferhunden an (wir haben einen weissen Schaeferhund).
    An die ARTE Mediathek komme ich in den USA leider nicht heran, aber da habe ich zum Glueck einen netten online friend in Germany, der mir hin und wieder Alain Delon Filme zusendet.
    ARTE war mein Lieblingssender, solange ich in Hamburg lebte.
    COVID-19 hat uns nicht von Kinobesuchen abgehalten, wir waren letztes Jahr 8 oder 9 Mal im Kino. Und im Februar sahen wir uns "Der Malteser Falke" mit Humphrey Bogart an, das dank TCM wieder in die Kinos kam (80th anniversary).

    Mein Lieblingsgenre ist film noir.

    TCM gab es auch mal in Germany, aber die wenigsten kennen es. Hier in den USA ist es unser Lieblingssender, 24 Stunden werbungsfrei alte Filme, darunter viele WW II Filme (die ja kaum je im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden) und wie gesagt viel film noir.
    "Tenet" haben wir verpasst, aber ein Freund aus Nantucket wollte ihn sich ansehen. Als wir Ende September 2020 auf der Insel waren, wurde er im Dreamland Theater fuer demnaechst angekuendigt.
    Uebrigens ist das Kino der einzige Ort, an dem social distancing vorbildlich funktioniert. Im Kino sitzen nur alle zwei Reihen Leute, und so gestaffelt, dass mehr als 2 Meter Abstand zwischen ihnen und uns war. Man fuehlt sich sicher.
    Ich freu mich schon auf den neuen James Bond Film. Er wurde letztes Jahr auf April 2021 verschoben.
    @Chrissie777: Zum Leseverhalten der Deutschen im Allgemeinen kann ich nicht viel sagen. Zu sehr fällt mein Leseinteresse aus dem Rahmen. Neben besonderen Sachbüchern aus dem Bereich Geschichte, Popmusik und Biographien - zuletzt übrigens "Diese Wahrheiten" von Jill Lepore - lese ich kreuz und quer. Je nach Stimmung ziehe ich mir Heile Welt Kinder- und Jugendgeschichten rein, heitere Bücher z.b. Rita Falks Eberhofer-Romane oder Kalpensteins Herbert-Bücher.
    Seltener greife ich zu Krimis. Ich mag die Parker-Bücher von Richard Stark; kürzlich erst lasen wir - meine Frau liest ebenfalls sehr gern - von Robert McCammon die Matthew Corbett Romane, die um 1700 im aufstrebenden New York spielen.
    Dazwischen immer mal wieder Comic-Alben aus dem frankobelgischen Raum. Neben den Klassikern wie Tim und Struppi, Isnogud, Storm, Thorgal, Blueberry und v.a. gibt es immer wieder neue Perlen zu entdecken. Zu nennen sind hier "Der große Indienschwindel" und "Mit Mantel und Degen", auch "Die alten Knacker" und "Wundervolle Sommer".Wichtig ist mir neben einem ansprechenden Zeichenstil eine fesselnde Geschichte.
    Vereint sich beides in harmonischer Symbiose sind das Betrachten wie das
    Lesen ein Hochgenuß.
    Meine Bücherregale, die ich demnächst nach einem Umzug erweitern und neu sortieren darf, sind mir eigentlich das Teuerste in der Wohnung und meinem Leben.
    Aber immer dichter folgt danach das zeitintensive Serienschauen oder Binge Watching. Netflix und amazon prime liefern den Stoff, seien es "Game of Thrones, Walking Dead oder Breaking Bad. Haus des Geldes, The Witcher oder Sons of Anarchy, immer wieder bannt einen ein mehrstündiger Trip in eine intensive Story.
    Dazu jetzt noch die Mediatheken mit reichhaltigem Repertoire, die Bücher haben hart um ihren Spitzenplatz zu kämpfen.

    Apropos, freust du dich auch so sehr auf die Wiedereröffnung von Kinos? Ich glaube, wenn es so weit ist, werden wir jede Woche mal reingehen. Der letzte Kinofilm war Tennet im letzten Jahr, als es eine kurze Zeit der Lockerung gab.

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    Dienstag, 16. März 2021, 22:34

    @Chrissie777: Dieter Zimmers Bücher habe ich auch. Überhaupt lese ich ebenfalls gern die WK2 -Berichte wie Romane. Hans Hellmut Kirst ist dir sicher ein Begriff. Seine 08/15 Bände, verfilmt später mit Joachim Fuchsberger, gefallen mir noch heute. Ein späteres Buch ( aus den späten70ern ) von Frank Bär: "Die Magermilchbande" spielt um 1945, in den letzten Kriegstagen. Es schildert die Flucht von 5 nach Pilsen verschickten Kindern zurück nach Berlin. Das Ganze wurde auch verfilmt und ist auf einer 5stündigen DVD zu haben.
    Illustrationen, die ich auch sehr schätze und als untrennbare Einheit des Geschriebenen betrachte, finde ich in vielen sogenannten Prachtbänden. So lege ich mir Zug um Zug die Neuausgaben von "Harry Potter" zu, die Jim Kay m.E.n. sehr schön bebildert. Leider ist er erst bei Band 4 angelangt. Mir gefallen die Bilderbücher von Sven Nordqvist über Findus und Petterson. Und ich mag Gregs Tagebuch, auch wenn es sich hier mehr um Kinderkritzeleien dreht.

    Eiwennho erwähnte irgendwo die herrlichen Zeichnungen von Ditz von Schneidewind. So viele Jugendbücher hat sie in ihrer unnachahmlichen Weise bebildert; die bekanntesten sind wohl die "Wohnwagen"-Bände.Die Höhlenkinder habe ich in der dreibändigen Originalausgabe von A.Th.Sonnleitner. Während die Verfilmung im 2.WK spielt, ist die Buchhandlung um 1680 herum angesiedelt.

    Noch einen deutschen Autor der Gegenwart möchte ich hervorheben: Gerhard Henschel. Seine Martin-Schlosser-Romane, die neben dem Werdegang de Protagonisten streiflichtartig die Entwicklung der Republik von den 60ern an schildern, haben mir viel Vergnügen bereitet. Er nennt sie auch schlicht "Kindheitsroman, Jugendroman, Liebesroman, Abenteuerroman, Bildungsroman. Drei weitere umfangreiche Bände sind bis heute noch erschienen.
    Krimis: Dafür ist meine Frau eher zuständig, aber es kommt auch zu gemeinsamen Stoffen.Davon werde ich demnächst erzählen.

    8

    Dienstag, 30. März 2021, 16:43

    Sorry, diesen Beitrag von Dir wollte ich schon seit Tagen beantworten, aber manchmal ist einfach zuviel los.
    Wie haben Dir denn die Dieter Zimmer Romane "Fuer'n Groschen Brause" und "Alles in Butter" gefallen?
    Ich mochte auch Zimmer's spaeteren autobiographischen Roman, "Kalifornisches Quartett", der mit Susanne Uhlen verfilmt wurde (und m. E. soviel besser ist als "Wilder Westen inklusive", aber leider IMMER NOCH NICHT auf DVD erschienen ist).
    Brause + Butter gefielen mir allein deshalb so gut, weil ich Verwandte hatte, die in der Naehe von Leipzig lebten, also kannte ich vieles, was in Zimmer's Romanen erwaehnt wurde bis hin zur Milchbar Guese in Hannover in Band 2, die ich noch kurz vor ihrer Schliessung erlebt habe.

    Renate Fabel schrieb zwei aehnlich amuesante WW II Buecher, "Soeckchenzeit" und "Wir Wundertoechter". Ich wuenschte, ihr spaeterer Roman "Wir treffen uns bei Tiffany" waere ebenso interessant gewesen, aber den fand ich eher enttaeuschend.

    Von Kirst las ich noch nichts, nur "Das geschenkte Gesicht" von Konsalik Mitte der 70er Jahre, und von da an machte ich erstmal einen grossen Bogen um WW II Romane.
    Total packend fand ich die sogenannte "Sturmwind" Trilogie von Charlotte Link. Es schildert das gesamte letzte Jahrhundert innerhalb einer Familie. Las ich 4 Mal in den letzten 20 Jahren.

    Was mich besonders interessiet, sind Autobiographien ueber den WW II und die Nachkriegszeit (hier wiederum besonders die Biographien von/ueber Deutsche, die nach dem WW II in den USA gelebt haben wie Peter von Zahn oder Georg Gaertner, der im WW II POW in einem US Kriegsgefangenenlager in Deming, New Mexico, war und von dort floh, weil er im Herbst 1945 nach Polen zurueckgeschickt werden sollte...er lebte und arbeitete in der Folge unter einem falschen Namen und mit Sozialversicherungskarte 40 Jahre lang unentdeckt in den USA, bis er sich 1985 den Behoerden stellte und darueber eine unglaublich spannende Autobiographie schrieb (Einer blieb da)).
    "Die Magermilchbande" habe ich mir als DVD fuer 2022 in meinen amazon.de Einkaufskorb gelegt. Klingt vielversprechend. Danke fuer den Tip!

    Dann kennst Du sicher auch Gudrun Pausewang's Buch "Auf einem langen Weg", das ebenfalls als TV Serie verfilmt wurde?
    Noch besser gefaellt mir "Der Junge aus London" von Michelle Magorian, ueber ein Schicksal der britischen Kinderlandverschickung.
    Von "Harry Potter" war ich ausgesprochen enttaeuscht, da war mir zuviel Magie und zuwenig Realitaet im Spiel, ich bin wohl durch das Lesen der vielen Blyton Buecher gepraegt. :D
    Aber ich habe um das Jahr 2000 mal versucht, "Harry Potter" zu lesen, da kamen wir Archivangestellten dank des Verlages guenstig an die ersten 4 Baende heran. Ich habe sie dann an Buch & Toene in der Grindelallee weiterverkauft.
    So sehr ich Peter Podehl's TV Serie "Die Hoehlenkinder" auch liebe, mit Sonnleitner's Buch wurde ich nie warm, finde es sehr schwere Kost fuer ein Kind. Ich versuchte mehrmals in meinem Leben, diese Trilogie auch zu lesen, aber ich kam nie sehr weit. Mir gefiel Podehl's Idee, es im letzten Kriegsjahr handeln zu lassen, weitaus besser. Die Fernsehserie schaue ich mir fast jedes Jahr wieder an. Classic German TV.


    François Truffaut drehte 5 Filme ueber das Leben von seinem fiktiven Charkter Antoine Doinel. Er hatte das Glueck, die Filme ueber einen langen Zeitraum hinweg zu realisieren, so dass Jean-Pierre Léaud als Kind, dann als Jugendlicher und schliesslich als Erwachsener den Antoine Doinel spielen konnte. Und Claude Jade war jedesmal seine Partnerin.Letzte Woche kam meine umfangreiche amazon.de Bestellung per Paket aus Luebeck an, meine Freundin hatte alle DVD's und Buecher fuer mich gesammelt, dann in ein grosses Paket gelegt und per Premium Mail an mich geschickt, nach einer Woche kam es wohlbehalten in den USA an. Seitdem schaute ich mir etliche Dokus von Guido Knopp ueber den WW II an, die ich mir bestellt hatte.

    Und nun werde ich mich an Ken Follett's Jahrhundert Trilogie (Sturz der Titanen/Winter der Welt/Kinder der Freiheit) machen. Ueber 3.000 Seiten. Mal sehen, ob sie mir so gut gefaellt wie Charlotte Link's Sturmzeit Trilogie...
    @Chrissie777: Dieter Zimmers Bücher habe ich auch. Überhaupt lese ich ebenfalls gern die WK2 -Berichte wie Romane. Hans Hellmut Kirst ist dir sicher ein Begriff. Seine 08/15 Bände, verfilmt später mit Joachim Fuchsberger, gefallen mir noch heute. Ein späteres Buch ( aus den späten70ern ) von Frank Bär: "Die Magermilchbande" spielt um 1945, in den letzten Kriegstagen. Es schildert die Flucht von 5 nach Pilsen verschickten Kindern zurück nach Berlin. Das Ganze wurde auch verfilmt und ist auf einer 5stündigen DVD zu haben.
    Illustrationen, die ich auch sehr schätze und als untrennbare Einheit des Geschriebenen betrachte, finde ich in vielen sogenannten Prachtbänden. So lege ich mir Zug um Zug die Neuausgaben von "Harry Potter" zu, die Jim Kay m.E.n. sehr schön bebildert. Leider ist er erst bei Band 4 angelangt. Mir gefallen die Bilderbücher von Sven Nordqvist über Findus und Petterson. Und ich mag Gregs Tagebuch, auch wenn es sich hier mehr um Kinderkritzeleien dreht.

    Eiwennho erwähnte irgendwo die herrlichen Zeichnungen von Ditz von Schneidewind. So viele Jugendbücher hat sie in ihrer unnachahmlichen Weise bebildert; die bekanntesten sind wohl die "Wohnwagen"-Bände.Die Höhlenkinder habe ich in der dreibändigen Originalausgabe von A.Th.Sonnleitner. Während die Verfilmung im 2.WK spielt, ist die Buchhandlung um 1680 herum angesiedelt.

    Noch einen deutschen Autor der Gegenwart möchte ich hervorheben: Gerhard Henschel. Seine Martin-Schlosser-Romane, die neben dem Werdegang de Protagonisten streiflichtartig die Entwicklung der Republik von den 60ern an schildern, haben mir viel Vergnügen bereitet. Er nennt sie auch schlicht "Kindheitsroman, Jugendroman, Liebesroman, Abenteuerroman, Bildungsroman. Drei weitere umfangreiche Bände sind bis heute noch erschienen.
    Krimis: Dafür ist meine Frau eher zuständig, aber es kommt auch zu gemeinsamen Stoffen.Davon werde ich demnächst erzählen.