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    Mittwoch, 3. Oktober 2012, 20:11

    Deutscher Nationalfeiertag

    Der "Tag der Deutschen Einheit" am heutigen 3. Okt. ist seit 1990 der deutsche Nationalfeiertag und erinnert an den Beitritt von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur Bundesrepublik am 3. Okt. 1990.

    Doch auch schon davor feierten wir einen "Tag der deutschen Einheit", allerdings noch mit einem kleinen d. Es war der 17. Juni, der seit 1954 zum Gedenken an den (niedergeschlagenen) Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 in der Bundesrepublik gesetzlicher Feiertag war.

    Dadurch wurde 1990 die deutsche Einheit zweimal gefeiert.

    In der DDR war der "Tag der Republik" am 7. Okt., der Tag der Staatsgründung im Jahr 1949, bis 1989 der Nationalfeiertag.

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    Donnerstag, 4. Oktober 2012, 17:49

    Deutsche Nationalfeiertage in früheren Jahrzehnten

    Bis 1945 wurde am 20. April auch gefeiert, nämlich der Geburtstag des "Führers". Ich kannte dieses Datum schon als Kind, bedingt durch meine Briefmarkensammelei. In den letzten Jahren habe ich das Datum spaßeshalber unter Kollegen, Freunden und Bekannten gelegentlich in den Raum fallen lassen, erstaunlicherweise konnten ca. 80 % der Angesprochenen völlig generationenunabhängig das entsprechende "Ereignis" zuordnen. Manche Daten halten sich eben sehr hartnäckig.

    In der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern wurde bis zum Ende des Kaiserreiches der 27. Januar gefeiert, es handelte sich um "Kaisers Geburtstag" nämlich den Wilhelms II., geboren 1859, gestorben 1941. Daneben gab es den "Sedanstag" , bezogen auf den größten militärischen Erfolg des deutschen Heeres im Krieg 1870/71 und der nachfolgenden nationalen Einigung. In vielen deutschen Städten gab oder gibt es eine Sedanstraße.

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    Dienstag, 9. Oktober 2012, 07:11

    RE: Deutsche Nationalfeiertage in früheren Jahrzehnten

    Bis 1945 wurde am 20. April auch gefeiert, nämlich der Geburtstag des "Führers". Ich kannte dieses Datum schon als Kind, bedingt durch meine Briefmarkensammelei. In den letzten Jahren habe ich das Datum spaßeshalber unter Kollegen, Freunden und Bekannten gelegentlich in den Raum fallen lassen, erstaunlicherweise konnten ca. 80 % der Angesprochenen völlig generationenunabhängig das entsprechende "Ereignis" zuordnen. Manche Daten halten sich eben sehr hartnäckig.

    In der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern wurde bis zum Ende des Kaiserreiches der 27. Januar gefeiert, es handelte sich um "Kaisers Geburtstag" nämlich den Wilhelms II., geboren 1859, gestorben 1941. Daneben gab es den "Sedanstag" , bezogen auf den größten militärischen Erfolg des deutschen Heeres im Krieg 1870/71 und der nachfolgenden nationalen Einigung. In vielen deutschen Städten gab oder gibt es eine Sedanstraße.

    Führers Geburtstag finde ich nicht erwähnenswert, solche Daten sollte man vergessen!! Jede Erinnerung an diese Verbrecher ist eine weitere Schmach für die Opfer des 3. Reiches.

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    Dienstag, 9. Oktober 2012, 21:17

    Mein lieber Bernie, bei aller persönlichen Betroffenheit solltest Du realisieren, daß Du mit Deinen Äußerungen nicht mehr und nicht weniger für die Einführung einer MEINUNGSDIKTATUR plädierst. Es geht hier nicht um die Verherrlichung eines Diktators, sondern um die Schilderung historischer Sachverhalte ! Wenn Dir das nicht gefällt, akzeptiere ich das, erwarte aber auch von Dir ein gerüttelt Maß demokratischer Fairneß, für die Du ja laut Deinen Einlassungen vehement eintrittst. Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden !

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    Donnerstag, 18. Oktober 2012, 11:08

    In der Tat hat Deutschland mit seinen Nationalfeiertagen wenig Glück gehabt. Da haben es die Amerikaner oder Franzosen schon besser, die ihre Nationalfeiertage schon seit über 200 Jahren am selben Tag feiern können. Abgesehen von den vielen Nationalfeiertagen hat sich zumindest im letzten Jh. der 9.November als "Tag der Deutschen" angeboten. (Ende 1. Weltkrieg 1918, Kristallnacht 1938, Wende in der DDR 1989) Die Ereignisse geben sowohl Anlass zu traurigen Gedenken als auch Hoffnung auf eine Wende zum Besseren und eine bessere Zukunft.

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    Donnerstag, 18. Oktober 2012, 17:33

    Nationale Identität in anderen Ländern

    Franzosen, Briten und Amerikaner pflegen in ihrer überwiegenden Mehrheit ein völlig anderes Nationalbewußtsein als wir Deutschen. Zumindest die beiden erstgenannten hatten sehr früh geeinte Nationalstaaten, sehen ihre Entwicklungsgeschichte als Nation überwiegend positiv und pflegen ihre nationalen Erinnerungen. Wir Deutschen sind als geeinter Nationalstaat erst sehr spät (1871) in das "Konzert der Nationen" eingetreten und wurden, insbesondere von den Briten, seit ca. 1900 als unliebsame Handelskonkurrenz wahrgenommen. Durch zwei verlorene Weltkriege und das NS-Regime gab es bei der Mehrheit der Deutschen einen Bruch in der nationalen Identität, verstärkt noch durch die 68er Ideologie. Bis zum heutigen Tag gibt es in Deutschland daher Tabubereiche, bei deren Verletzung durchaus ernsthafte Konsequenzen folgen können. Das Beispiel Eva Herman dürfte ja hinreichend bekannt sein.

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    Donnerstag, 2. Januar 2020, 01:17

    RE: Deutsche Nationalfeiertage in früheren Jahrzehnten

    Ich hab mir eingepraegt, dass AH am 20.4. Geburtstag hatte und sich am 30.4. umbrachte.
    Bis 1945 wurde am 20. April auch gefeiert, nämlich der Geburtstag des "Führers". Ich kannte dieses Datum schon als Kind, bedingt durch meine Briefmarkensammelei. In den letzten Jahren habe ich das Datum spaßeshalber unter Kollegen, Freunden und Bekannten gelegentlich in den Raum fallen lassen, erstaunlicherweise konnten ca. 80 % der Angesprochenen völlig generationenunabhängig das entsprechende "Ereignis" zuordnen. Manche Daten halten sich eben sehr hartnäckig.


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    Donnerstag, 2. Januar 2020, 16:33

    RE: RE: Deutsche Nationalfeiertage in früheren Jahrzehnten

    Ich hab mir eingepraegt, dass AH am 20.4. Geburtstag hatte und sich am 30.4. umbrachte.
    Bis 1945 wurde am 20. April auch gefeiert, nämlich der Geburtstag des "Führers". Ich kannte dieses Datum schon als Kind, bedingt durch meine Briefmarkensammelei. In den letzten Jahren habe ich das Datum spaßeshalber unter Kollegen, Freunden und Bekannten gelegentlich in den Raum fallen lassen, erstaunlicherweise konnten ca. 80 % der Angesprochenen völlig generationenunabhängig das entsprechende "Ereignis" zuordnen. Manche Daten halten sich eben sehr hartnäckig.



    So schaut´s aus, Chrissie. By the way: wie sind eigentlich deine Erfahrungen als Deutsche in den Staaten nach so vielen Jahren. Gab´s da Vorbehalte bis hin zur Ablehnung oder eher freundliches Entgegenkommen oder eine Mischung aus allem ?! Wie sind deine ganz speziellen Erfahrungen als "Expatriate" in den USA ?
    Einem in die USA emigrierten Bekannten fehlen z.B. dort die typischen deutschen Sportvereine, über die man bei uns relativ rasch soziale Kontakte herstellen könne. Er meint, daß es dort, von den Fitnesscentern abgesehen, mehr über die Schulen laufen würde, zu denen er naturgemäß keinen Zugang mehr hat.

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    Donnerstag, 2. Januar 2020, 20:43

    RE: RE: RE: Deutsche Nationalfeiertage in früheren Jahrzehnten

    Hi Uwe,

    meine Erfahrungen in den USA halten sich in Grenzen, da ich eigentlich wenig Kontakt mit anderen Amis habe (und kaum je Deutsche in den USA getroffen habe, seit ich hierher gezogen bin).
    Ich traf bisher allerdings keine Amis, die etwas gegen Deutsche haben.
    Aber alle, mit denen ich seit 2002 ins Gespraech kam, hatten eins gemeinsam: niemand interessiert sich dafuer, wo man herkommt.
    Zwar kann jeder Amerikaner den accent heraushoeren (es wird witzigerweise immer auf Schwedin oder Franzoesin getippt :)), und ein paar Maenner erzaehlten mir von ihrer wunderbaren Militaerzeit in Germany, aber dann wird in der Regel das Thema gewechselt.

    Ich glaube, in den USA weiss praktisch niemand in der Bevoelkerung, was in Deutschland abgeht (viel zuviele Asylanten und eine extrem hohe Kriminalitaetsrate, Wohnraummangel), davon hoere ich nur durch die e-mails von deutschen Freunden bzw ehemaligen Arbeitskollegen.
    Eins haben alle, mit denen ich ueber den grossen Teich e-maile, gemeinsam: sie sagen mir wieder und wieder, sei bloss froh, dass Du ausgewandert bist, es ist nicht mehr das Land, das Du in Erinnerung hast.

    Zu Beginn versuchte ich noch, amerikanische Freundinnen zu finden, aber eine nach der anderen stellte sich auf Dauer dann doch als zu seicht heraus - wir hatten einfach zuwenig gemeinsam (ich bin absolut desinteressiert an Shopping oder an teuren Boutiquen, es sei denn, es handelt sich um Buchhandlungen :)).

    Ich ging einige Jahre lang ins Fitness Center, aber da waren fast alle unter 30, da bilden sich keine Kontakte.
    Nun haben wir unser eigenes Fitness Center zu Hause.

    Fazit nach fast 18 Jahren in den USA: es gibt hier wohl kaum Frauen, die sich fuer alte Filme, classic TV series oder Romane interessieren, geschweige denn fuer Europa Reisen (alles fliegt nach Aruba, Florida oder an die US Westkueste, alle machen einwoechige billige Kurzurlaube, um stattdessen mehr Geld in Klamotten zu stecken)

    Da ich ein eher zurueckhaltender Mensch bin, fehlen mir weder Schulen noch Sportvereine oder Kontakt zu anderen Deutschen.
    Ich lese eh lieber bzw sehe mir gern alte TV Serien oder film noir an.
    So schaut´s aus, Chrissie. By the way: wie sind eigentlich deine Erfahrungen als Deutsche in den Staaten nach so vielen Jahren. Gab´s da Vorbehalte bis hin zur Ablehnung oder eher freundliches Entgegenkommen oder eine Mischung aus allem ?! Wie sind deine ganz speziellen Erfahrungen als "Expatriate" in den USA ?
    Einem in die USA emigrierten Bekannten fehlen z.B. dort die typischen deutschen Sportvereine, über die man bei uns relativ rasch soziale Kontakte herstellen könne. Er meint, daß es dort, von den Fitnesscentern abgesehen, mehr über die Schulen laufen würde, zu denen er naturgemäß keinen Zugang mehr hat.

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    Donnerstag, 2. Januar 2020, 23:27

    RE: RE: RE: RE: Deutsche Nationalfeiertage in früheren Jahrzehnten

    Hi Uwe,

    meine Erfahrungen in den USA halten sich in Grenzen, da ich eigentlich wenig Kontakt mit anderen Amis habe (und kaum je Deutsche in den USA getroffen habe, seit ich hierher gezogen bin).
    Ich traf bisher allerdings keine Amis, die etwas gegen Deutsche haben.
    Aber alle, mit denen ich seit 2002 ins Gespraech kam, hatten eins gemeinsam: niemand interessiert sich dafuer, wo man herkommt.
    Zwar kann jeder Amerikaner den accent heraushoeren (es wird witzigerweise immer auf Schwedin oder Franzoesin getippt :)), und ein paar Maenner erzaehlten mir von ihrer wunderbaren Militaerzeit in Germany, aber dann wird in der Regel das Thema gewechselt.

    Ich glaube, in den USA weiss praktisch niemand in der Bevoelkerung, was in Deutschland abgeht (viel zuviele Asylanten und eine extrem hohe Kriminalitaetsrate, Wohnraummangel), davon hoere ich nur durch die e-mails von deutschen Freunden bzw ehemaligen Arbeitskollegen.
    Eins haben alle, mit denen ich ueber den grossen Teich e-maile, gemeinsam: sie sagen mir wieder und wieder, sei bloss froh, dass Du ausgewandert bist, es ist nicht mehr das Land, das Du in Erinnerung hast.

    Zu Beginn versuchte ich noch, amerikanische Freundinnen zu finden, aber eine nach der anderen stellte sich auf Dauer dann doch als zu seicht heraus - wir hatten einfach zuwenig gemeinsam (ich bin absolut desinteressiert an Shopping oder an teuren Boutiquen, es sei denn, es handelt sich um Buchhandlungen :)).

    Ich ging einige Jahre lang ins Fitness Center, aber da waren fast alle unter 30, da bilden sich keine Kontakte.
    Nun haben wir unser eigenes Fitness Center zu Hause.

    Fazit nach fast 18 Jahren in den USA: es gibt hier wohl kaum Frauen, die sich fuer alte Filme, classic TV series oder Romane interessieren, geschweige denn fuer Europa Reisen (alles fliegt nach Aruba, Florida oder an die US Westkueste, alle machen einwoechige billige Kurzurlaube, um stattdessen mehr Geld in Klamotten zu stecken)

    Da ich ein eher zurueckhaltender Mensch bin, fehlen mir weder Schulen noch Sportvereine oder Kontakt zu anderen Deutschen.
    Ich lese eh lieber bzw sehe mir gern alte TV Serien oder film noir an.
    So schaut´s aus, Chrissie. By the way: wie sind eigentlich deine Erfahrungen als Deutsche in den Staaten nach so vielen Jahren. Gab´s da Vorbehalte bis hin zur Ablehnung oder eher freundliches Entgegenkommen oder eine Mischung aus allem ?! Wie sind deine ganz speziellen Erfahrungen als "Expatriate" in den USA ?
    Einem in die USA emigrierten Bekannten fehlen z.B. dort die typischen deutschen Sportvereine, über die man bei uns relativ rasch soziale Kontakte herstellen könne. Er meint, daß es dort, von den Fitnesscentern abgesehen, mehr über die Schulen laufen würde, zu denen er naturgemäß keinen Zugang mehr hat.


    Hi Chrissie,
    vielen Dank für Deinen kurzen Erfahrungsbericht !
    Viele Amerikaner werden bei uns ja als ein wenig oberflächlich angesehen. Das konnte ich von den Amis, mit denen ich in Deutschland zu tun hatte, so nicht bestätigen. Hier wie dort gibt es solche und solche. Maßgebend ist meist der Bildungshintergrund und das grundlegende Interesse füreinander.
    Deutsche Expatriates erzählten mir allerdings, daß die Armut in den USA auch und gerade bei Weißen oft viel offensichtlicher zu erkennen ist als bei uns, wo sich die dürftigen Lebensumstände meist eher hinter verschlossenen Türen abspielen. Schuld daran sei vor allem die massive Deindustrialisierung in den USA der 70er bis 90er Jahre und die schwächere soziale Absicherung. Becky Romney hat mir z.B. vor einiger Zeit erzählt, daß in Vegas bei einer Gesamteinwohnerzahl von 600.000 ca. 100.000 (!) Obdachlose dort ihr Dasein fristen müßten. Das ist natürlich heftig und hier zumindest z.Zt. noch nicht vorstellbar.
    Geraten wurde mir übrigens auch, bei Aufenthalten in "schwierigen Gegenden" der USA oder auch in Mexico mich durchaus für andere hörbar auf Deutsch zu verständigen, da schräge Vögel es vorwiegend auf "Yankees" abgesehen hätten. Ist natürlich witzig, aber durchaus denkbar... :huh:

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    Freitag, 3. Januar 2020, 01:51

    RE: RE: RE: RE: RE: Deutsche Nationalfeiertage in früheren Jahrzehnten

    Hi Uwe,

    das kommt natuerlich darauf an, was diese Amis in Germany tun.
    Wenn sie dort studieren, haben sie offensichtlich Interesse an Deutschland und seinen Menschen, sind weltoffener.
    Solange ich in Germany lebte, kannte ich keinen einzigen Amerikaner, obwohl ich in Studentenkreisen verkehrte, als ich 40+ Jahre juenger war.
    Ich kann also nur ueber die Amis reden, die ich hier in den USA seit 1988 (erste USA Reise) kennengelernt habe.

    Sie sind alle sehr nett, sehr hoeflich, und immer hilfsbereit.
    Die amerikanischen Maenner sind in der Regel netter und unkomplizierter, man kann sich mit ihnen besser unterhalten als mit den Amerikanerinnen (aber so ging es mir in Germany auch, mit Kollegen kam ich im Beruf in der Regel besser klar als mit Kolleginnen, wir hatten immer ein Gespraechsthema).
    Studiert haben fast alle Amis, die ich hier kennengelernt habe. Aber die meisten sind nie aus den USA herausgekommen, von der Karibik abgesehen.

    Man kann ein vierjaehriges Studium in den USA nicht mit einem laengeren Studium in Germany vergleichen, auch an der high school wird weniger gelehrt als an Gymnasien in Germany (in den USA gibt es keine 13 Jahre Schule, es gibt seit eh und je nur 5 Tage Unterricht, auch schon vor dem WW II, ich hatte bis Sommer 1974 6 Tage Unterricht pro Woche).
    Auf Geschichtsunterricht wird in den USA weniger Wert gelegt als beispielsweise auf Sport, der hier als ungeheuer wichtig hochstilisiert wird (die meisten Amis brauchen bereits mit 40 Jahren knee replacements von all dem Baseball und Football spielen in ihrer Jugend) (meine Mutter wird 91 und hat immer noch ihre Knie und leidet kaum unter Arthritis, hat nie Sport betrieben).

    Eine aeusserst witzige und unglaubliche Geschichte koennte ich Dir von der dental hygienist bei meinem vorletzten Zahnarzt erzaehlen (aber das sprengt diesen Rahmen).

    Mein Mann ist gluecklicherweise alles andere als oberflaechlich (stammt aus Kanada). Er liebt alte Filme und neue Filme, Oper, Ballett, klassische Musik schlechthin, er liebt Europa Reisen, er liest viele Buecher. Er kann jede Frage beantworten, und verbluefft mich nach 13 Jahren immer noch.

    Zum Thema Armut kann ich Dir auch etwas erzaehlen.
    Ich verdiente in Hamburg sehr gut, konnte ein Drittel fuer USA Reisen sparen, lebte von einem Drittel meines Nettogehalts und zahlte vom letzten Drittel die Miete (dies war zu DM Zeiten, ehe auf Euro umgestellt wurde).
    Dann kam ich in die USA, und in Maine gab es 2002 mehr Arbeitslose als freie Stellen. Ich fand nur temporary office jobs beim State of Maine. Dort bekam ich laecherliche $ 10/Stunde.

    Als meine zweite Ehe in die Brueche ging (weil ich keinen festen Job finden konnte), zog ich nach Massachusetts.
    Mehrere Bekannte erzaehlten mir, in der Gegend von Boston wuerde man easily $ 16/h bis $ 18/h verdienen (davon kann man gut als Single leben, und ist nicht dazu gezwungen, sich nicht die Wohnung mit anderen teilen).
    Ich fand lediglich Arbeit in einem Call Center. Dort wurden $ 11/h bezahlt (mittlerweile war 2005 fast zu Ende). Arbeitskolleginnen im Call Center erzaehlten mir, sie haetten seit 7 (!!!) Jahren keine einzige Gehaltserhoehung erhalten.
    Gewerkschaften gibt es in den USA fast gar nicht. Man bekommt im Call Center also noch nicht mal die ueblichen 3% Gehaltserhoehung, die dazu gedacht ist, die gestiegenen Lebenskosten aufzufangen.

    Die Krankenschwestern verdienen in den USA doppelt soviel wie die Lehrer, trotzdem streiken die Krankenschwestern Jahr fuer Jahr fuer noch hoehere Loehne (wie man von $ 60.000 Jahreseinkommen als unverheiratete Frau NICHT leben kann, ist mir ein Raetsel, warum also streiken sie?).

    Zurueck zum Call Center.
    Von $ 1.450 netto pro Monat konnte ich auf Dauer nicht leben, bei einer Warm Miete von $ 875 (und den Wagen musste ich auch unterhalten, denn irgendwie musste ich ja in den Nachbarort zum Call Center kommen, oeffentliche Verkehrsmittel gibt es hier nur in den Staedten, mal vom Greyhound Bus abgesehen und Zuegen).
    Das ist der Grund, warum hier soviele Menschen zwei Jobs haben, denn von einem Job kann man in der Regel nicht existieren, es sei denn, man lebt bei seinen Eltern (das machten viel junge Kollegen im Call Center).

    Worcester ist eine Industriestadt, ich weiss nicht, wieviele homeless people hier leben. An Weihnachten in der Kirche wird fuer homeless people Geld gesammelt. Ich sehe sie (die homeless persons) mit grossen Schildern an bestimmten Ampeln stehen, und hin und wieder gibt ihnen ein Autofahrer einen Dollar.
    Es gibt Suppenkuechen, homeless shelter, aber wieviel staatliche Unterstuetzung sie monatlich erhalten, weiss ich nicht.

    Ich koennte mir vorstellen, dass es soviele homeless people nach Vegas zieht, weil dort ein milderes Klima herrscht. Hier im Nordosten der USA sind die Winter lang und extrem kalt, es schneit oft zwischen Dezember und Ende Maerz, manchmal noch im April.

    Bei unserem letzten Frankreich Urlaub (2017) behaupteten wir, Kanadier zu sein, weil wir gehoert hatten, dass die Amerikaner in Frankreich nicht sehr beliebt sind.

    Wir waren im spaeten September bis Mitte Oktober 2015 das letzte Mal in Deutschland, da waren alle sehr nett zu uns.
    Frage an Dich: wie behandelt man amerikanische Touristen heutzutage in
    Germany? Nicht jeder hat den derzeitigen Idioten im November 2016
    gewaehlt, aber mir kommt es vor, als wuerden deshlab alle Amis in Europa ueber
    einen Kamm geschoren.Hi Chrissie,
    vielen Dank für Deinen kurzen Erfahrungsbericht !
    Viele Amerikaner werden bei uns ja als ein wenig oberflächlich angesehen. Das konnte ich von den Amis, mit denen ich in Deutschland zu tun hatte, so nicht bestätigen. Hier wie dort gibt es solche und solche. Maßgebend ist meist der Bildungshintergrund und das grundlegende Interesse füreinander.
    Deutsche Expatriates erzählten mir allerdings, daß die Armut in den USA auch und gerade bei Weißen oft viel offensichtlicher zu erkennen ist als bei uns, wo sich die dürftigen Lebensumstände meist eher hinter verschlossenen Türen abspielen. Schuld daran sei vor allem die massive Deindustrialisierung in den USA der 70er bis 90er Jahre und die schwächere soziale Absicherung. Becky Romney hat mir z.B. vor einiger Zeit erzählt, daß in Vegas bei einer Gesamteinwohnerzahl von 600.000 ca. 100.000 (!) Obdachlose dort ihr Dasein fristen müßten. Das ist natürlich heftig und hier zumindest z.Zt. noch nicht vorstellbar.
    Geraten wurde mir übrigens auch, bei Aufenthalten in "schwierigen Gegenden" der USA oder auch in Mexico mich durchaus für andere hörbar auf Deutsch zu verständigen, da schräge Vögel es vorwiegend auf "Yankees" abgesehen hätten. Ist natürlich witzig, aber durchaus denkbar... :huh:

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    Freitag, 3. Januar 2020, 17:45

    Bilder und Eindrücke aus Amerika

    Hi Chrissie, vielen Dank für deine interessanten Erfahrungsberichte ! Zumindest bei mir rennst du damit offene Türen ein, denn ich war von jeher ein großer Amerikafan. Allein schon die Größe und Weite des Landes, wenn man Kanada mit einbezieht, ist überwältigend. Ich könnte mir durchaus vorstellen, zwecks "retirement" in den nächsten Jahren in die Staaten auszuwandern, mal sehen, was sich auftut. Dort dann ein wenig agriculture und horticulture zwecks Selbstversorgung zu betreiben, wäre nicht schlecht. Aber wenn, dann nur in einem der kühleren Bundesstaaten, denn tropische oder subtropische Hitze ist mir ein Greuel.
    Über deine vorletzten "dental service"- Erfahrungen gern mehr über PN, ist denn meine letzte mail bei dir angekommen ?
    Was die Wahlen angeht, hatten die Amerikaner bei den letzten presidential elections wirklich nur die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Während Hillary sehr eng mit den Finanzeliten verbandelt ist, klebt Donald mehr mit dem industriell- militärischen Komplex zusammen. Die Clintons haben zumindest bei uns einen denkbar schlechten Ruf u.a. durch ihre vermeintlichen oder tatsächlichen Verbindungen zu, sagen wir´s mal diplomatisch, Vermittlungsagenturen für minderjährige Hostessen und die teils sehr zweifelhaften Aktivitäten ihrer foundation.
    Du hast recht, ich hatte in früheren Jahren überwiegend mit Amis zu tun, die Studenten oder Austauschwissenschaftler waren. Die hatten durchweg einen soliden Bildungshintergrund und waren auch an Land und Leuten interessiert. Einen Vogel aus dem äußersten Nordwesten der USA (Washington) gab es, dem das deutsche Sozialsystem so gut gefiel (vor allem die Krankenversicherung), daß er gleich hier blieb und auch das soziale Netz, das es in den Staaten ja so nicht gibt, gern in Anspruch nahm. Ein bekennender Linksliberaler und eifriger Flohmarktgänger, dem ich, wann immer ich ihm begegnete, mit diabolischer Freude von den übermenschlichen Leistungen eines General Nathan Bedford Forest (der, der nach 1865 den Cu Clux Clan mitbegründete, sich aber später davon distanzierte) oder eines Stonewall Jackson vorschwärmte. Zum Schluß zuckte der arme Kerl immer schon zusammen, wenn er mich am Leineufer sah, und tauchte schnell unter. Hat mir damals einen Riesenspaß bereitet, ihn etwas wider den Strich abzubürsten ;) .
    Mittlerweile sollen liberale Kreise ja bereits sogar über die Entfernung oder zumindest Abhängung des Stone Mountain Memorials diskutieren. Gut, das kann ich noch irgendwie im weitesten Sinn nachvollziehen. Der Standort liegt nicht weit von Atlanta/ GA entfernt, und in der Umgebung wohnen ca. 75 % Schwarze. Und denen tatgtäglich die Abbilder von Jefferson Davis und zweier Konföderiertengeneräle vor Augen zu halten, grenzt ja schon fast an physische Folter... :wacko:
    Amerikanern, die Urlaub in Deutschland machen, dürften kaum Vorhaltungen wegen Donald Trump gemacht werden, für den sie nichts können. Was mir eher auffällt, ist, daß es kaum noch amerikanische Urlauber an den "hotspots" in Deutschland gibt. Die sind m.E. weitgehend durch Japaner und v.a. durch Chinesen abgelöst worden, und das schon vor Jahren. Da spielen wohl die veränderten Kaufkraftparitäten und die latente Wirtschaftskrise eine immer bedeutendere Rolle. Wovon ich gehört habe, ist, daß deutschstämmige Amerikaner verstärkt Ahnenforschung bei uns betreiben. Dem einen oder anderen habe ich auch bereits weiterhelfen können, da deutsche Familiennnamen in den USA oft verballhornt und dann in Beurkundungen weiterbenutzt wurden, z.B. wurde aus "Engert" ein "Enyeart" usf.

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    Samstag, 11. Januar 2020, 00:59

    RE: Bilder und Eindrücke aus Amerika

    Hi Uwe,
    North Carolina's Berge (nicht die Kueste, wo es hurricanes gibt) haben ein gemassigtes Klima, die Sommer sollen dort nicht so drueckend und schwuel sein wie hier in Massachusetts. Mein Mann lebte dort fuer 4 oder 5 Jahre in der Naehe Asheville, er konnte fast das ganze Jahr ueber Golf spielen (es gibt nur fuer einen oder zwei Monate Schnee), und brauchte im Sommer nachts keine air condition anzustellen (bei uns laeuft a. c. von Mitte April bis Anfang November 24/7 durch).
    Wir denken darueber nach, ob wir mit Beginn der Rente 2022 eventuell dorthin ziehen?
    Es ist landschaftlich wirklich sehr reizvoll, ich fuhr 1998 durch North und South Carolina, um mir Drehschauplaetze anzusehen (wie Abbeville in SC, das man im Film "Der Feind in meinem Bett" mit Julia Roberts und Patrick Bergin sieht).

    Wenn Du Dir die Daniel Day-Lewis Version vom "Letzten Mohikaner" oder "Dirty Dancing" anschaust, dann bekommst Du einen guten Eindruck von der Landschaft in den Bergen von NC.

    Florida wird im Sommer unertraeglich heiss (high humidity). Da braechten mich keine 100 Pferde hin.

    Kalifornien hat jedes Jahr die Wildfeuer entlang der Kueste, und hin und wieder Erdbeben. Ausserdem zuviel Smog (schlecht fuer die Lunge...Liv Ullmann schrieb im ersten Band ihrer Memoren (Wandlungen), dass man es angeblich auf einem vorher und nachher x-ray sehen koenne, wenn sich jemand laenger als 2 Wochen in Los Angeles aufgehalten hat...als wir 2011 Flitterwochen in den 11.000 feet hohen San Bernardino Mountains machten, konnten wir die dicke braune Smog Schicht von dort oben aus gut erkennen, die ueber dem kalifornischen Flachland liegt).

    Das glaub ich gern, dass es kaum noch Amis gibt, die Urlaub in Germany machen, denn egal, mit wem ich rede, sie fliegen alle nach FL oder Aruba.
    Ein einziges Paar, mit dem wir befreundet sind (er Franzose, sie Amerikanerin) fliegen Jahr fuer Jahr im Oktober fuer 2 bis 3 Wochen nach Paris, um seine Mutter und seine beiden Schwestern zu besuchen.
    Als ich ab 2002 in Maine lebte, kannte ich zwei ehemalige deutsche Frauen, die in Augusta lebten und Jahr fuer Jahr nur nach Deutschland in Urlaub flogen. Das ist wieder das andere Extrem, dazu haette ich nun keine Lust. Wir wechseln urlaubsmaessig immer zwischen England und Frankreich. Aber mit den Gelbwesten scheint Frankreich nun leider nicht mehr allzu sicher zu sein.
    Ahnenforschung koennte mich auch noch interessieren, aber da meine Mutter aus Polen kommt (und ich kein Polnisch lesen kann), glaube ich nicht, dass ich da weit kaeme.
    Hi Chrissie, vielen Dank für deine interessanten Erfahrungsberichte ! Zumindest bei mir rennst du damit offene Türen ein, denn ich war von jeher ein großer Amerikafan. Allein schon die Größe und Weite des Landes, wenn man Kanada mit einbezieht, ist überwältigend. Ich könnte mir durchaus vorstellen, zwecks "retirement" in den nächsten Jahren in die Staaten auszuwandern, mal sehen, was sich auftut. Dort dann ein wenig agriculture und horticulture zwecks Selbstversorgung zu betreiben, wäre nicht schlecht. Aber wenn, dann nur in einem der kühleren Bundesstaaten, denn tropische oder subtropische Hitze ist mir ein Greuel.

    Amerikanern, die Urlaub in Deutschland machen, dürften kaum Vorhaltungen wegen Donald Trump gemacht werden, für den sie nichts können. Was mir eher auffällt, ist, daß es kaum noch amerikanische Urlauber an den "hotspots" in Deutschland gibt. Die sind m.E. weitgehend durch Japaner und v.a. durch Chinesen abgelöst worden, und das schon vor Jahren. Da spielen wohl die veränderten Kaufkraftparitäten und die latente Wirtschaftskrise eine immer bedeutendere Rolle. Wovon ich gehört habe, ist, daß deutschstämmige Amerikaner verstärkt Ahnenforschung bei uns betreiben. Dem einen oder anderen habe ich auch bereits weiterhelfen können, da deutsche Familiennnamen in den USA oft verballhornt und dann in Beurkundungen weiterbenutzt wurden, z.B. wurde aus "Engert" ein "Enyeart" usf.

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    Samstag, 11. Januar 2020, 16:30

    Amerika als Alternative

    Hi Chrissie,
    besten Dank für deine informativen Schilderungen !
    North Carolina wäre überlegenswert, nur kenne ich dort niemand, während ich nach Idaho private Kontakte habe, die mir in den ersten Monaten ein wenig Starthilfe bieten könnten. "Der letzte Mohikaner" mit Daniel Day- Lewis in der Hauptrolle habe ich in meiner DVD- Sammlung, eine tolle filmische Umsetzung der Bücher von J. F. Cooper. Wow, wenn die Landschaft in NC wirklich so aussieht wie in diesem Film, wäre ich schon interessiert !
    Neben der Ahnenforschung sind genetische Untersuchungen in den USA in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen. Dort wird nicht nur analysiert, aus welchen Regionen deine Vorfahren stammen, sondern auch verwandtschaftliche Bindungen werden untersucht. Da hat´s schon überraschende Kontakte zwischen Amis und Europäern gegeben, die Cousins oder Cousinen vierten Grades sind und bei denen sogar, sofern bekannt, die europäischen Herkunftsregionen bis hinunter zum Ort übereinstimmen. Eine spannende Sache, sofern es seriös gehandhabt wird !
    Schau mal, wenn es Dich interessiert, bei youtube unter "Ahnenforschung in Polen". Die Frau, die auch Bücher dazu vertreibt und Eigenrecherchen anbietet, lebt in Polen und spricht hervorragend Deutsch. Ich hatte mit ihr mal vor einiger Zeit netten Kontakt. Der einzige Wermutstropfen ist, daß sie in Schlesien lebt und wohl nicht ganz so mobil ist. Für Recherchen direkt in Schlesien und in polnischen Datenbanken ist sie aber die richtige Ansprechpartnerin.