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    Montag, 2. Dezember 2019, 16:49

    Was mir wieder in den Sinn kommt, ist die ungeheure Spannung am 24.12., die sich im Laufe des Nachmittags nach Gans mit Rotkohl und Klößen ins Unerträgliche steigerte. Wann ist endlich Bescherung? Was hat das Christkind mitgebracht? Es war nicht zum Aushalten!

    Wenn dann endlich das Glöckchen klingelte - mein Großvater mütterlicherseits hatte es nach dem Krieg aus einer Patronenhülse und anderen Waffenteilen gebastelt! -, stürzten vier Kinder die hölzerne Treppe ins Wohnzimmer hinunter. Dort empfing uns der Duft von Räucherkerzen und leise Weihnachtsmusik vom Plattenspieler.


    Der Christbaum wurde mit flüchtigem Lob bedacht, dann wurden fliegenden Herzens die Geschenke ausgepackt und gleich damit gespielt. Nur an Heiligabend gab es bei uns Nüsse, Orangen und Mandarinen; diese Früchte verbinde ich auch heute noch mit der Weihnachtszeit. Von Oma väterlicherseits gab es praktische Dinge, die man schnell beiseite schob - Unterwäsche, selbst gestrickte Strümpfe (kratzten und rutschten) und dergleichen.
    Am ersten Weihnachtstag fuhren wir zu unseren Großeltern mütterlicherseits. Dort waren wir gerne, denn es war sehr gemütlich dort.Der zweite Tag bei der väterlichen Verwandtschaft war weniger beliebt, denn dort war es nicht besonders sauber. Dafür gab es einen Kohleofen, der für wohlige Wärme sorgte (ich trauere der Ofenheizung noch heute nach). Außerdem hatte mein Stiefgroßvater (der leibliche wird in Stalingrad vermißt) Verwandte im Erzgebirge; das Haus war vollgestellt mit Pyramiden, Räucherfiguren, Nußknackern usw.


    Heute wohnen meine Eltern in diesem Haus und besitzen die vielen Erzgebirgsfiguren. Der Schmuck des elterlichen Christbaumes ist fast so alt wie ich und an mich übergegangen, aber ich packe ihn nicht mehr aus. Trotz Adventskalender und Räucherfiguren kommt die alte Weihnachtsstimmung nicht mehr auf, das ist wohl ganz normal. Nüsse und Zitrusfrüchte kann ich mir ohnehin das ganze Jahr kaufen, Lebkuchen und Spekulatius schon im Hochsommer.
    Es war schön damals, so verdammt schön, und es kommt nie wieder. :(

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    Mittwoch, 4. Dezember 2019, 13:23

    Nachmittage vor Heilig Abend

    Nachmittage vor Heilig Abend :
    Nach der Schule raus zum schlittenfahren oder auf dem Weiher zum schlittschuhlaufen.
    Wenn die Eltern noch nicht zu Hause waren, suchen ob man die Geschenke entdeckte.
    Wenn man nur die Plätzchenbüchse fand, wurden diese reduziert.
    Kinderstunde schauen.
    Dann endlich Heiligabend.
    Jedes Jahr ab Nachmittags schaute ich ,wir warten aufs Christkind oder Peterschens Mondfahrt vom HR.
    Zu essen gab es Kartoffelsalat und Würstchen.
    Dann die Weihnachtsgeschichte lesen.
    Lieder singen.
    Enttäucht die Weihnachtsgeschenke auspacken ( selbsgestrickte Pullover,Socken,Handschuhe und Gesellschaftsspiele )
    Wie sinnig, war ein Einzelkind und meine Eltern spielten nicht und andere Kinder durften nicht zu mir kommen.
    Handschuhe waren Fäustlinge, die ich gerne mal verlor um richtige Fingerhandschuhe zu bekommen.
    Nur gut das nicht auch noch die Unterwäsche gestrickt werden konnte.
    Aber es gab an den nächsten Weihnachten neue Fäustlinge.
    Dann ins Bett. War dann so aufgekratzt, das ich nicht schlafen konnte und mit Taschenlampe unter der Bettdecke noch stundenlang las.
    Ein Lichtblick waren die Verwandtenbesuche an den Feiertagen.
    Hier wurde mehr auf die Wünsche eingegangen. Tolle Bücher, einmal ein Schülermikroskop, wie schon mal geschieben eine Autorennbahn oder die nächsten Jahre div. Zubehör.