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    Samstag, 7. November 2015, 20:20

    Die Adventsvierteiler der 60er Jahre im ZDF

    Eine der prägendsten Erinnerungen an meine Fernsehzeit als Kind der 60er Jahre waren die Adventsvierteiler im ZDF. Leider konnte ich die beiden ersten Verfilmungen von 1964/65 noch nicht mitverfolgen, da wir erst im November 1966 zum Geburtstag meiner Mutter einen zeitgemäßen, neuen Fernseher bekamen, mit dem auch das Programm des ZDF empfangen werden konnte.
    Zwischen 1964 und 1983 sendete das ZDF fast jedes Jahr einen vierteiligen Abenteuerfilm, der meist auf literarischen Vorlagen basierte und entweder an den vier Adventssonntagen oder den Weihnachtstagen ausgestrahlt wurde.
    Damals etablierte sich eine schöne Fernsehtradition, die es heute leider so nicht mehr gibt. Jedenfalls freuten wir Kinder uns (fast) jedes Jahr auf die neue Produktion.
    Die Idee für diese damals neue Art von relativ aufwendigen und teuren Fernsehproduktionen stammte von dem Produzenten Walter Ulbrich. Ihm schwebte vor, Fernsehmehrteiler als deutsch- französische Koproduktion herstellen zu lassen. Vereinbart wurde, bekannte Abenteuer- Klassiker der Weltliteratur jeweils abwechselnd unter deutscher und französischer Federführung zu produzieren. Der große Vorteil eines Vierteilers mit rund 6 Stunden Sendezeit war dabei, daß im Vergleich zu regulären Spielfilmen die epische Handlung der Buchvorlage detailgenauer umgesetzt werden konnte. Als charakteristisches Stilmittel der frühen Produktionen wurde die Handlung durch eine Erzählstimme aus dem "Off" kommentiert. Dadurch konnten Handlungslücken überbrückt und Informationen einfacher und direkter dem Publikum vermittelt werden.
    Regie führten damals bekannte Regisseure wie Wolfgang Liebeneiner oder Wolfgang Staudte. Einigen bis dahin eher unbekannten Schauspielern verhalf die Reihe zum endgültigen Karrieredurchbruch, z.B. Michael Ande (Die Schatzinsel, 1966), Hellmut Lange (Lederstrumpf, 1969), und natürlich Raimund Harmstorf (Der Seewolf, 1971).
    In Erinnerung geblieben sind ebenfalls die teils recht markanten Trailer, z.B. der des "Seewolf" mit der Musik von Hans Posegga, die "Siebzehn Mann" zur "Schatzinsel" und die authentische Musik der Prärieindianer als Vorspann zum "Lederstrumpf".
    Das Konzept der Adventsvierteiler scheiterte Anfang der 80er schließlich daran, daß geeignete literarische Vorlagen, die einem breiten Publikum bekannt waren, immer schwerer zu finden waren. Die Reihe wurde daher im Dezember 1983 endgültig abgeschlossen.

    1964 Robinson Crusoe, EA 3.- 24.10.1964
    1965 Don Quijote, EA 8.- 29.10.1965
    1966 Die Schatzinsel, EA 25.12.1966- 1.1.1967
    1968 Tom Sawyer und Huckleberry Finn, EA 1.12.- 22.12.1968
    1969 Lederstrumpf, EA 25.12.- 28.12.1969
    1971 Der Seewolf, EA 5.12.- 26.12.1971

    Alle Adventsvierteiler sind zwischen 2004 und 2008 als DVD erschienen und sowohl einzeln als auch als Komplettpaket mittlerweile recht günstig zu erwerben. Sie werden auch immer wieder gern in kompletter Länge auf www.youtube.com eingestellt.
    Als höchst empfehlenswerte Sekundärliteratur gilt: Oliver Kellner/ Ulf Marek: Seewolf & Co. Das Buch gibt zahlreiche Informationen über die Entstehung der Reihe, Hintergründe zu den einzelnen Produktionen und zahlreiche Aufnahmen aus der Zeit. Es sollte antiquarisch noch relativ leicht beschaffbar sein.

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    Montag, 30. Januar 2017, 20:58

    Robinson Crusoe

    Ich hatte Glueck, fareast, und schon vier Jahre frueher als Du Zugang zum deutschen Fernsehen. Mein erster Adventsvierteiler war daher "Robinson Crusoe" mit Robert Hoffmann, fuer den ich als 9 jaehrige sehr schwaermte. :)
    Die Musik und die langen Landschaftsszenen finde ich heute noch hinreissend (ich hab mir natuerlich die DVD gekauft).

    Ich sah mir auch alle weiteren Adventsvierteiler an, aber ausser der "Schatzinsel" und "Kurier der Zarin" kam fuer mich keiner an "Robinson Crusoe" heran.
    Ich hab uebrigens auch das Haus von Crusoes deutschen Vorfahren in der Boettcherstrasse in Bremen gesehen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Robinson-Crusoe-Haus

    Eigentlich basiert "Robinson Crusoe" auf den Erlebnissen des Schotten Alexander Selkirk, aber das wuerde hier zu weit fuehren...

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    Dienstag, 31. Januar 2017, 17:21

    Robinson Crusoe, der erste ZDF- Adventsvierteiler

    Die ersten ZDF- Adventsvierteiler Robinson Crusoe und Don Quijote habe ich aus den hier bereits genannten Gründen nie kennengelernt. Sie werden aber z.Zt. recht günstig auf DVD angeboten, und vielleicht lege ich mir die beiden Erstlinge noch einmal zu.

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    Donnerstag, 23. März 2017, 20:32

    Von Robinson Crusoe gibt es ja auch unzählige Buchausgaben vom Original an bis in jüngster Zeit.
    Anscheinend wird er immer noch gelesen.
    Ich hab mal eine Zeitlang die Ausgaben der 60er Jahre gesammelt und davon über 20 Stück.
    Sie gefallen mir hauptsächlich wegen ihren wunderschönen Titelbildern und auch Innenzeichnungen.
    Außerdem gibt es davon 4 Sammelbilderalben auch mit tollen Zeichnungen und Titeln.
    Und was kaum einer weiß, in Frankreich bei der Firma Starlux die Spielfiguren herstellte gabs da ein Set.
    In der Größe von 6 cm gehalten waren es Portraitfiguren der Filmhelden Robinson und Freitag.
    Und der Clou dabei war dass sie in einer den damaligen Fernseher nachempfundenen Schachtel verkauft wurden.
    Vor allem Robert Hofmann war ja als Fastfranzose gut bekannt.

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    Donnerstag, 23. März 2017, 20:51

    Robinson- Buchausgaben und die Einstellung der Adventsvierteiler

    Von Defoe´s Robinson- Klassiker gibt es wirklich mannigfaltige Bucheditionen, von der abgespeckten GJB (Göttinger Jugendbücher)- Ausgabe für Kinder aus den 50er/ 60er Jahren bis hin zu hervorragend ausgestatteten Jugendstilausgaben. Allein das Sammeln dieses einen Titels wäre ein reizvolles Spezialgebiet für sich.
    Kleiner Nachtrag zur Einstellung der Adventsvierteiler nach 1983. Kolportiert wird, daß die Reihe nicht zuletzt aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen dem ZDF und ORTF, die wohl in Ansätzen bereits in den 70ern aufkamen, beendet wurde. Da ging es wohl um inhaltliche Fragen, die Auswahl der Hauptdarsteller (die Franzosen wollten naturgemäß lieber "ihre" Leute in den Hauptrollen sehen) und die leidige Finanzierungsfrage.
    Ich habe darüber bereits vor längerer Zeit mal etwas gelesen und werde da gelegentlich noch einmal nachrecherchieren.

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    Freitag, 31. März 2017, 20:56

    Robinson Crusoe

    Von Robinson Crusoe gibt es ja auch unzählige Buchausgaben vom Original an bis in jüngster Zeit.
    Anscheinend wird er immer noch gelesen.
    Ich hab mal eine Zeitlang die Ausgaben der 60er Jahre gesammelt und davon über 20 Stück.
    Sie gefallen mir hauptsächlich wegen ihren wunderschönen Titelbildern und auch Innenzeichnungen.
    Außerdem gibt es davon 4 Sammelbilderalben auch mit tollen Zeichnungen und Titeln.
    Und was kaum einer weiß, in Frankreich bei der Firma Starlux die Spielfiguren herstellte gabs da ein Set.
    In der Größe von 6 cm gehalten waren es Portraitfiguren der Filmhelden Robinson und Freitag.
    Und der Clou dabei war dass sie in einer den damaligen Fernseher nachempfundenen Schachtel verkauft wurden.
    Vor allem Robert Hofmann war ja als Fastfranzose gut bekannt.


    Eiwennho, ich habe eine alte gebundene, kindgerechte Crusoe Ausgabe aus den 60er Jahren von Bertelsmann (gruener Buchruecken) mit sehr huebschen Illustrationen. Nicht so tolle Illustrationen wie in meinem "Lederstrumpf", aber doch recht ordentlich.

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    Dienstag, 4. April 2017, 23:29

    Vor allem Robert Hofmann war ja als Fastfranzose gut bekannt.
    Stimmt, er spielte im ersten "Angélique" Film einen Boesewicht im Louvre.