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    Donnerstag, 5. Januar 2017, 18:15

    Michel Vaillant / Michael Voss

    Mit dieser Comic- Serie aus dem Rennfahrermilieu habe ich bereits in verhältnismäßig jungen Jahren Bekanntschaft gemacht, und zwar durch einige Hefte der Disney- Reihe "Mickyvision" von 1965. Aufgefallen sind mir damals die sehr detailliert angelegten Plots sowie die für diese Zeit eher unüblichen kleinen Panels. Auch bemerkte ich, daß man sich anfangs große Mühe mit der Erklärung der verwandtschaftlichen Verhältnisse unter den Familien Vaillant/ Voss gab, ein Pänomen, das nur zu Beginn Bestand hatte und wohl dazu diente, rund zwanzig Jahre nach Kriegsende vermeintlichen oder tatsächlichen deutschen Empfindlichkeiten zu begegnen.
    Die Figur des "Michel Vaillant" entstand 1957 durch den frankobelgischen Zeichner Jean Graton, der damit ein Sujet schuf, das insbesondere männliche jugendliche Leser ansprechen sollte. Ab Februar 1957 wurden die ersten Geschichten in dem Comic- Magazin "Tintin" veröffentlicht, in dem u.a. auch die "Tim und Struppi"- Geschichten publiziert wurden.
    "Michel Vaillant" wurde ähnlich wie "Tim und Struppi" insbesondere im frankobelgischen Raum zur langlebigen Erfolgsserie und handelt in epischer Breite von den Abenteuern des jungen Rennfahrers Michel Vaillant und seiner Familie, der auf und abseits der Rennpisten als heldenhafte Figur auftritt und im Lauf der Jahre gegen Gegner aller Art kämpfen muß. Vaillant tritt als Fahrer im familieneigenen Renn- Team an und wird mehrfacher Formel 1- Weltmeister. Er fährt auch gegen tatsächlich existierende Rennfahrer, so daß die Comic- Serie seit einigen Jahrzehnten auch detailliert die reale Entwicklung des Motorsports dokumentiert.
    Gegen Ende der 60er Jahre ging Jean Graton zu einem deutlich geänderten, morderneren Zeichenstil über. Da der Zeichner in den 90er Jahren zunehmend erkrankte, entwickelte Graton´s Sohn Philippe neue Geschichten, die dann von einem Zeichnerteam umgesetzt wurden.
    Bis 2016 wurden 74 Michel- Vaillant- Alben und mehrere Dutzend Kurzgeschichten veröffentlicht. Die Serie zählt damit zu den erfolgreichsten und langlebigsten Comic- Umsetzungen europäischer Provenienz.
    Bei uns in Deutschland erschien die Serie zunächst zwischen 1965 und 1972 im Disney- Magazin "Mickyvision", in dem der Rennfahrer anfänglich noch in "Michael Voss" umbenannt wurde. Zwischen 1972 und 1981 lief das Format dann mit großem Erfolg im Comic- Magazin "Zack". Auch eine Reihe von Albenausgaben erschienen bei Ehapa, Carlsen und im Koralle- Verlag.
    In der heutigen Zeit hat "Michel Vaillant" sowohl in Belgien und Frankreich als auch bei uns einen eher eingeschränkten Leserkreis, der sich meist aus Fans der Serie rekrutiert, die bereits in ihrer Kindheit und Jugend diese Comics verschlungen haben.
    1967 wurde in Frankreich eine 13- teilige Fernsehserie mit realen Schauspielern im Umfeld von Rennveranstaltungen umgesetzt, die auch bei uns 1968 in einigen regionalen Vorabendprogrammen ausgestrahlt wurde. Zwischen 1986 und 1989 wurde in den USA eine Zeichentrickserie mit den Abenteuern von Michel Vaillant produziert.
    "Michel Vaillant" ist eine hervorragend konzipierte Comic- Realisation, die den meist jugendlichen Leser ernstnimmt und die insbesondere bis in die späten 80er Jahre ihre große Zeit hatte. Mein Interesse hielt sich bei der deutschen Erstveröffentlichung 1965 in relativ engen Grenzen, was nichts mit der guten inhaltlichen und zeichnerischen Qualität der Reihe zu tun hatte, sondern schlichtweg damit, daß mich die Thematik "Motorsport" weder damals noch heute jemals sonderlich interessierte... ;) :thumbup: .