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    Montag, 29. April 2013, 19:32

    Kindergeburtstage in den 60ern

    Um Mißverständnissen vorzubeugen: ich spreche nachfolgend von meinem Erfahrungshorizont als Kind und nicht über allgemeine Usancen in den 60ern. Diese kann ich nur teilweise beurteilen.
    Bis heute erscheint mir als der schönste Tag in meiner Kindheit der 5. April 1967. Da wurde ich stolze 10 Jahre, ging aufgrund der Kurzschuljahre in eine "Übergangsklasse" der städt. Volksschule und hatte ein schönes Leben, da durch den eklatanten Lehrermangel dieser Jahre oft der Unterricht ausfiel. Stattdessen wurden wir in die Aula geschickt und durften dort Märchenfilme anschauen.
    Zum ersten und einzigen Mal in meiner Kindheit richtete meine Mutter an diesem Tag eine Geburtstagsfeier aus, die in unserer Küche stattfand, und zu der auch meine Kumpels eingeladen waren. Da wurde gegessen und getrunken, ein Schokoladenwettessen mit verbundenen Augen veranstaltet, und manches mehr. Alles in aus heutiger Sicht bescheidenem Umfang. Trotzdem hat es uns damals einen Riesenspaß bereitet und ist mir in unvergeßlicher Erinnerung geblieben.
    Und zwar deshalb, weil die Ausrichtung von Kindergeburtstagen mit Gästen zumindest in meinem Umfeld unüblich war. Natürlich bekamen wir Kinder Geschenke und einen Kuchen, aber das war´s dann auch meist. Durchaus möglich, das derartige Festivitäten mit Besuchern für Normalhaushalte zu kostspielig waren, insbesondere solchen mit mehreren Kindern. Ich kann mich jedenfalls an keinen Fall in den 60ern erinnern, in dem ich zum Geburtstag von Freunden oder Schulkameraden eingeladen wurde.

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    Samstag, 1. Juni 2013, 15:43

    Meine Mutter hat auf einem Posterpapier einen Baum gemalt mit einem Nest drin. Jedes Kind bekam ein selbstklebendes Babyvögelchen, das es mit verbundenen Augen ins Nest setzen sollte. Das Kind, was am besten reingepostet hat, hat gewonnen.

    Welche Spiele aus der Zeit kennt Ihr?

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    Montag, 10. Juni 2013, 09:29

    Spiele

    Hallo Nomadin,

    bei uns gab es die Version : Eselschwanz, mit verbundenen Augen, an der richtigen Stelle am Körper des Tieres anpinnen.

    War auch immer sehr lustig.

    Topfschlagen ( mit verbundenen Augen, einen umgedrehten Topf mit einem Kochlöffel treffen)

    Klingt leicht. Man wurde aber vorher im Kreis gedreht, so das die Richtung meist nicht stimmte.



    Reise nach Jerusalem: Es werden ein Stuhl weniger als Kinder mitspielen aufgestellt, es wird bei Musik solange um die Stuhlreihen gelaufen bis die Musik stoppt, dann schnell auf einen der Stühle setzen. Wer keinen Stuhl mehr erwischt scheidet aus. Jetzt wird .ein weiter Stuhl entfernt usw.



    Alle Vögel fliegen hoch:

    Man sitzt um einen Tisch und trommelt rhythmisch mit beiden Zeigefingern auf die Tischplatte. Bei der Ansage eines der Mitspieler "Alle Vögel fliegen hoch" werden beide Arme in die Luft gestreckt. Es geht weiter " Alle Flugzeuge fliegen hoch" Arme in die Höhe. " Alle Eichhörnchen fliegen hoch" Arme unten lassen.

    Wer nicht schnell genug die wahre Flugfähigkeit eines der genannten Objekte erkennt, scheidet aus.



    Streichholzschachtel weiterreichen:

    In einem Alter von etwa 6 - 10 Jahren oft peinlich, da man hierbei mit dem anderen Geschlecht auf Tuchfühlung kam.

    Es wurde einem Jungen ein Streichholzschachtel Schiebedeckel auf die Nase gesetzt und nun musste diese auf die Nase eines Mädchens weiter gereicht werden, ohne Mithilfe der Hände.



    Der Klassiker Flaschendrehen:

    Auf den die Flasche zeigte, der musste zum Beispiel in die nächste Metzgerei gehen ( gefolgt von allen anderen Kindern) um den Metzger zu fragen ob er "Eisbein" hätte.

    Wenn dieser bejahte, bekam er die Antwort, er möge dann doch den Ofen anmachen. Jetzt hieß es schnell verschwinden, da man damals noch mit Prügel rechnen musste.

    Oder einer der Anwesenden einen Kuss geben. ( Pfui Mädchen küssen ,dann doch lieber zum Metzger)



    Ich sehe was, was du nicht siehst:

    Ein Kind suchte sich einen Gegenstand im Raum aus, den die Anderen erraten mussten.



    Wurst schnappen:

    An einer Leine, wurden Würstchen aufgereiht und so hoch gehängt, das man nur durch gezieltes hochspringen die Wurst mit dem Mund erreichen konnte .( Das mit den Würstchen war in jener Zeit was besonderes und nur bei betuchtderen Gastgebern üblich.



    Weitere Spiele, aber mehr für draußen gedacht, die wohl jeder kennt.

    Blindekuh, Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? ,Abwerfen, Hickelkästchen, Verstecken.

    Diverse Spiele, deren Spielfelder mit Hilfe eines Stöckchens aufgezeichnet wurden. "Ich erkläre den Krieg , Kirschen gegessen, usw.



    PS. Bei machen Namen der Spiele bemerkte man immer noch die Einflüsse der Kriegsjahre. Reise nach Jerusalem, Ich erkläre den Krieg, Wer hat Angst vorm schwarzen Mann

    Auch in Liedern kam das noch zum Ausdruck:

    Maikäfer flieg, der Vater ist im Krieg, die Mutter ist in Pommernland, Pommernland ist abgebrannt usw

    oder:

    Die Gedanken sind frei
    wer kann sie erraten?
    Sie fliehen vorbei
    wie nächtliche Schatten.
    Kein Mensch kann sie wissen,
    kein Jäger erschießen
    mit Pulver und Blei:
    Die Gedanken sind frei

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    Montag, 10. Juni 2013, 18:02

    Schokoladenessen war immer total stressig. Haßte ich. Das ging so, daß man im Kreis ringsum jeder mal würfelte. Würfelt man eine 6 , mußte man sich Mütze/Schal/Handschuhe anziehen und mit Messer und gabel eine harte Herrenschokolade essen. Bis der nächste eine 6 hatte und man alles ausziehen mußte...